Ja, das „bloße Betrachten“ von Kinderpornos ist erst seit Juli 2009 strafbar. Auf dem Computer des katholischen Priesters wurden jedoch „20 bis 100″ einschlägige Bilder von Kindern gefunden. Das war auch schon davor strafbar. Wenigstens ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Es bleibt zu hoffen, dass ein weiterer pädophiler Mann Gottes nicht ungeschoren davon kommt.
Österreichs Unis liegen im Koma
400 Studenten müssen sich einen Professor teilen (z.B. auf der Publizistik). Vorlesungen mit bis zu 1.500 ZuhörerInnen sind keine Seltenheit. Und was macht Minister Hahn? Er empfiehlt Studienanfängern auf Studien auszuweichen die ein besserer Betreuungsverhältnis aufweisen. Hätte er es selbst gemacht? Nein, natürlich nicht (nachzulesen u.a. im aktuellen Profil).
Deutschen Studenten werden auch gerne dafür instrumentaliseirt um Studiengebühren zu rechtfertigen. Was definitiv Blödsinn ist: Die Deutschen lassen sich auch nicht von Studiengebühren abschrecken, da sie in Deutschland aufgrund ihres Notendurchschnitts für ihr Wunschstudium nicht zugelassen werden. Während es Studiengebühren in Österreich gab, hat sich die Zahl der deutschen Studenten verdreifacht (von 6.000 auf rund 20.000).
Und was haben die Studiengebühren gebracht? Die Zahl der Studierenden mit Nebenjobs stieg rasant an. Außerdem stellen Studiengebühren (trotz Stipendien) eine Hürde für sozial Schwächere dar, da sich viele Förderungswürdige gar nicht nach Stipendien erkundigen.
Aber der Bologna-Prozess wird’s schon richten. Zumindest in der Welt von Minister Hahn. Dabei ist sogar die ÖVP-Aktionsgemeinschaft mit der Umsetzung unzufrieden. Schließlich kann man nicht einmal innerhalb Wiens zwischen Wirtschaftsuni und Hauptuni auf unkomplizierte Anrechnungsmodalitäten hoffen.
Bologna ist tot. Lang lebe der Bologna-Prozeß!
Österreich und Ungarn richten 2010 die große 10-Jahre-Bologna-Konferenz aus. Zu feiern gibt es hingegen nichts. Auch wenn zum Beispiel die Wirtschaftskammer im Magazin der FH Wien „studio!“ wahre Lobeshymnen auf die neue Studienarchitektur singt. Kein Wunder: Werden Bachelorabsolventen oftmals nur als Halbakademiker angesehen und dementsprechend entlohnt, nutzt die Wirtschaft die neue Studienarchitektur primär als Lohndumpinginstrument.
Der Bologna-Prozeß hat eine Eigendynamik entwickelt, die mit vollgestopften Studienplänen, unnötigen Evaluierungen und Reglementierungen gespickt ist. Dadurch ensteht ein Paradoxon: Die Universitäten sollen mehr Akademiker produzieren, andererseits Studienplätze limitieren. Die Qualität der Studiengänge soll steigen, gleichzeitig sollen die Universitäten jedoch günstiger werden. Einerseits sollen sie autonom agieren, andererseits müssen sich alle den gleichen Standard beugen. Einerseits soll die Mobilität der Studierendengesteigert werden, andersrseits soll in Mindeststudienzeit studiert werden. Auf der einen Seite sollen die Grundlagen für eine wissenschaftliche Ausbildung gelernt werden, andererseit sollen die Grundstudien berufsqualifizierend sein. Man merkt schon: Das kann sich so nicht ausgehen. (mehr…)
Peppi Pröll sucht Praktikant
Falls es jemand noch nicht mitbekommen haben sollte: Das dicke Burli sucht zusammen mit ATV einen unbedarften Studenten, den er eine Woche lang durch gewichtige Polit-Events wie den Jägerball oder den Nachtslalom in Schladming schleifen kann – von einem Schweinsbraten zum nächsten quasi. So hab ich mir das Leben unseres Finanzministers immer vorgestellt.
Jetzt wo die Wirtschaftskrise schon fast wieder vorbei ist, gibt es aber eigentich auch wirklich keinen vernünftigen Grund mehr Wirtschaftskompetenz zu heucheln. Endlich bleibt wieder Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens…
Zukunftsträchtig ist der Schritt in Richtung öffentliche Selbstentblößung aber allemal. Wenn es der Peppi nämlich bei der nächten Wahl wirklich auf den Kanzlersessel abgesehen haben sollte, wäre er mit einem ATV-Sorglos-Paket („Bauer sucht Frau“, „Du bist was du isst“, „Österreich sucht den Superkanzler“ etc.) endlich vor den Unabwägbarkeiten der Dichand’schen Senilität gefeit. Und sollte es sich doch nicht ausgehen, stünde ihm immerhin ein zweiter Karriereweg offen. (Stichwort „Die Prölls“)
Den Faymann wird die Aktion jedenfalls wurmen – immerhin hat er mit der Rudas eine „Praktikantin“ im Pelz, der wohl nur der ORF eine eigene ATV-Show wünschen würde…
Das Ende des Abendlandes II: Lieber Michael Fleischhacker – mach dir nicht ins Höschen!
Gestern die Kopftuchdebatte in „Heute“, heute das Ende des Abendlandes auf der „Presse“ – Laizismus als europäische Staatsreligion!
Chefredakteur Michael Fleischhacker ist außer sich, fantasiert von Röntgenapparaten, die Volksschüler nach Kreuz-Kettchen durchleuchten und sieht die „französische Vartiante des kulturellen Selbstmordes“ bereits am europäischen Horizont dämmern.
Fast schon biblisch wird der Ton am Ende des Texts:
„Die Namen der sieben Richter muss man sich aufschreiben. Nicht, weil sie für den Untergang Europas verantwortlich sind. Das besorgen die europäischen Bürger und die von ihnen gewählten Politiker in ihrer Geschichts- und Kulturvergessenheit schon selber. Aber die Richter, die das Urteil gegen das Kreuz gefäll haben, sollten als Chronisten des Untergangs einen Ehrenplatz erhalten. Sie sind der siebenköpfige Homer unserer Tage.“
Lieber Michael, jetzt mal halblang. Nur weil du nicht mehr ruhig schlafen kannst, wenn das kleine Jesulein seinen Platz in der Verfassung verliert, bedeutet das nicht, dass es anderen auch so geht.
Wie du allerdings auf die Idee kommst, der Sinn von Religionsfreiheit sei es, ein Gesellschaft zu erschaffen, die frei von Religion ist, bleibt mir unklar. Eigentlich ist ja das Gegenteil der Fall: Die Religionsfreiheit sichert den Handlungsspielraum von Religionen in Gesellschaften ab.
Aber keine Sorge, ich verstehe schon was du eigentlich sagen willst: Was dir wirkliches Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass die Tage des Konkordats in einem laizistischen Österreich gezählt wären – und sich die Kirche dann eigenständig finanzieren müsste. Damit das funktioniert, müsste man aber auch eine Leistung anbieten, für die irgendjemand zu zahlen bereit ist.
Und wie schwierig das für einen so angestaubten Verein sein kann, dürfte dir angesichts der letzten Media-Analyse wohl schmerzlich bewusst sein…
UPDATE: Fleischhacker hat jetzt folgende „Richtigstellungen“ auf seinem Blog veröffentlicht
1) Ja, natürlich ist das Beispiel mit dem Röntgenapparat polemisch.
2) Ich halte die Denkfigur der „negativen Religionsfreiheit“ schlicht für missglückt.
4) Mir geht es nicht darum, das Christentum als Staatsreligion zu erhalten oder zu etablieren.
5) Ich glaube deshalb nicht, dass das Abendland untergeht, wenn in den Schulen keine Kreuze mehr hängen.
6) Wenn, dann sollten die Kreuze in den Gerichten abgehängt werden.
7) Mir ist in dieser Debatte der kulturelle Aspekt deutlich wichtiger als der im engeren Sinn religiöse. Wenn es nicht gelingt, eine Art Kulturchristentum zu etablieren, das einen entspannten Bliclk auf die europäische Geschichte von Homer bis Habermas hat, werden wir nicht nur demografisch, sondern auch geistig untergehen.
Also nochmal zum Mitschreiben. Es geht ihm doch nicht darum das Christentum als Staatsreligion zu erhalten. Er glaubt auch nicht, dass das Abendland untergeht, wenn keine Kreuze mehr in Schulen hängen. Aber er würde gerne ein Art „Kulturchristentum“ etablieren.
Wenn das so ist, lieber Michael, warum steht nichts davon in deinem Blogeintrag? Aber was auch immer ein Fleischhacker’sches „Kulturchristentum“ sein soll – angesichts der reichhaltigen europäischen Geistesgeschichte bin ich mir sicher, dass wir das ungefähr so dringend brauchen wie einen zweiten Blinddarm…
Laura Rudas und das Kopftuch – „Heute“ lässt ein kleiner roter Papagei „aufhorchen“
Wenn ich das Wort Papagei höre, muss ich unweigerlich an Augenklappen, Holzbeine und Totenköpfe denken – kurzum an Werner Faymann. Und an die kleinen Laaaaura, die aus seiner Schulter sitzend, beharrlich Stumpfsinnigkeiten vor sich hin krächzt.
Der Vogelkäfig-Unterlage „Heute“ gegenüber erklärte Laura Rudas heute beispielsweise, dass es „Ziel muss sein, die Kopftücher abzuwerfen. Wir dürfen nicht zuschauen, dass Kinder aufwachsen, als hätte die moderne Aufklärung nicht stattgefunden.“
Einmal abgesehen von der exzellenten Wortwahl: Ist Toleranz nicht ein grundlegender Verdienst der „modernen“ Aufklärung? Aber weiter geht’s: Für die kleine Laaaaura ist das Kopftuch nämlich ein „Symbol der Ungleichbehandlung“. Dass so manche Kopftuchträgerin darin eine Möglichkeit sieht, dem westlichen Schönheitswahn zu entkommen, dürfte ihr neu sein. Herzig auch die Einschätzung, dass das Kopftuch in Istanbul im Straßenbild bei weitem nicht so präsent sei wie in Österreich. Liebe Laura! Ich verstehe ja, dass du angesichts der alten faden Männer in deiner Partei den HC recht sexy findest. Aber trotzdem solltest du ihm nicht immer alles glauben…
Aber am besten finde ich immer noch den Schluss: „Ob ein Vater seiner Tochter alle ihr zustehenden Rechte gebe – etwa in der Ausbildung -, dürfe nicht zur persönlichen Entscheidung werden“, schreibt „Heute“. Nun, liebe Laura, wenn das so ist, würde ich dir empfehlen, diese Forderung zuerst bei deinen Kernwählern durchzusetzen. Denn wie die Statistik zeigt, hat auch ein jahrzehntelanger freier Universitätszugang zu keiner breiten akademisch gebildeten Arbeiterschicht geführt. Aber das wäre wohl auch nicht im Interesse der SPÖ – oder liebe Laura?
Profil basht Falter
Im aktuellen Profil lässt es sich Michael Nikbakhsh nicht nehmen über ein „Gespräch“ im Falter mit Julius Meinl herzuziehen. Doch Obdacht! Es geht gar nicht um das Gespräch! Viel mehr geht es um die „Unsitte“, dass Journalisten ihre Geschichten nicht autorisieren lassen.
Die Authorisation von Interviews ist „eine seit Jahrzehnten gängige Usance“ wie Nikbakhsh schreibt. Das mutet seltsam an. Gerade das Profil, das sich so gerne als Speerspitze des qualitativen Aufdeckerjournalismus sieht, wird nicht müde PR Agenturen stetig auszurichten, wie unabhängig man sei. Und eben darum keine Texte autorisieren lasse.
Ganz so unabhängig wie der Falter ist man beim Profil aber offenbar auch nicht.
Danach kräht kein Hahn
Nachdem das Universitätsgesetz, während der Sommerferien – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – geändert wurde, ist für viele Studenten das Maß voll. Vernünftiges Studieren ist in vielen Fällen zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. Das sieht auch Minister Hahn so – und will mit Zugangsbeschränkungen gegensteuern.
Zur Abwechslung hat Hahn diesmal jedoch mit den Studierenden gesprochen. Die 34 Millionen, die er den Studenten anbietet, sind aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein – und ein Schmäh obendrein: Ein Großteil des Geldes soll einfach aus dem Budgets 2010 vorgezogen werden. Na, wenn das keine nachhaltige Finanzpolitik ist… SeinE Minister-NachfolgerIn wird es ihm jedenfalls danken!
Wie dem auch sei: So lange Österreich mehr in den Pensionstopf zuschießt als in die Bildung investiert wird sich an den Universitäten nichts ändern. Für einen ordentlichen Studienbetrieb müssten ca. 1,7 % des BIP für Hochschulen aufgewendet werden. Werden die Unis aber mit ca. 1% abgespeist. Zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben…
Fekters neue Schnappsidee
Der Nationalfeiertag ist ja ein ganz besonderer Tag. Offenbar auch für Innenministerin Fekter. Sie hat am Montag mit einer tollen Idee aufhorchen lassen: Sie will jugendlichen Immigranten, die in keinem Ausbildungsverhältnis stehen, keine Familienbeihilfe mehr ausbezahlen. Na, wenn das keine Integrationsförderung ist!
Mit diesem Vorschlag belastet Fekter die Jugendlichen gleich doppelt: Diejenigen, die keine Lehrstelle finden sollen zusätzlich mit dem Entzug der Familienbeihilfe bestraft werden. Dass sich die Jugendarbeitslosigkeit derzeit auf einem Höhenflug befindet, scheint an Fekter unbemerkt vorüber gegangen zu sein. Das ist keine Integrationspolitik sondern blanker Hohn.
„Wann geht der Kaaarl Heeeinz endlich in Häfn“
Schön langsam entsteht der Eindruck, dass es für den ehemaligen Finanzminister in der BUWOG Affäre ernsthaft eng wird. So geschwitzt wie in der letzten ZiB hat die KHG ja noch nie!
Christoph und Lollo haben die Geschichte übrigens in einem recht amüsanten Lied aufgegriffen: