orf.at titelt heute u.a. mit der Headline „Kaum Sprachmängel bei Islamlehrern“. Damit wird suggeriert, dass Moslems per se nicht deutsch sprechen – was natürlich jeglicher Grundlage entbehrt. Die Headline „Kaum Rechenschwächen bei Mathelehrern“ wäre dem ORF vermutlilch nicht in den Sinn gekommen.
Gesundheit!
Was sagt ein Wiener zur Schweinegrippen-Saison kurz vor seiner Verhaftung?
Haatschi!
Panik, willkommen in Wien
Der Zombibeschwörer wird bereits abmontiert
Das wir Ernst Strasser nicht gerade für ein Aushängeschild der selbsternannten Europapartei halten haben wir bereits vor einiger Zeit dargelegt. Nun gibt es ein eigens ÖVP-Komitee, das den geschmähten Othmar Karas unterstützt. Mit dabei sind großteils politisch „Tote“: Josef Taus, Alois Mock, Wolfgang Schüssel, Wilhelm Molterer, Ursula Plassnik und Franz Fischler (besonders lustig, dass der ehemalige frühere ÖVP EU-Kommissar hier gegen Strasser auftritt). Karas erklärte zwar gleich im heutigen Ö1 Mitagsjournal dass es keine Intriege gegen Strasser gebe – was wenig glaubhaft wirkte. Pikant ist diese Angelegenheit vor allem deswgen, da es keines der üblichen Unterstützungskomitees für Strasser geben wird. Und so geht – frei nach dem Motto „Die Geister die ich rief, werd ich nun nicht mehr los“ – die Demontage des ehemaligen Innenministers munter weiter.
Wie spart man eine Tonne bei einer Lok ein?
Es gibt eine nette Überlieferung die zur jetztigen Debatte rund um Budget-Sanierung und Co passt:
Ein Eisenbahn-Ingeneur stand vor dem Problem noch eine weitere Tonne an seiner, schon optimierten Lok, einzusparen. Er hat auch schon alles eingespart was eingespart werden kann. Wie vorgehen? Er hörte auf in der klassischen Manier zu denken – „Was kann ich noch weglassen?“ – und begann die einzelnen Komponenten zu optimieren. So sparte er an vielen Stellen ein paar Kilo ein und schaffte seine Tonne.
Und genau so müsste die Budget-Debatte geführt werden. Zum Beispiel die Vermögenssteuer müsste genau unter diesem Gesichtspunkt beurteilt werden: Klar hat Josef Pröll recht, wenn er sagt, eine Vermögenssteuer finanziert nicht unser Defizit.
Es ist aber ein Beitrag, ein wichtiger. Und davon gibt es noch viele und so werden wir es auch in Österreich schaffen, fair und konjunkturfreundlich zu sanieren.
Der Taser und die Wirklichkeit
Wir haben u.a.im Dezember über den Selbsttest von FPÖ -Hero Vilimsky berichtet. Der meinte ja, das Taser gar nicht so schlimm sind – was bei einer beachtlichen Todesrate (ai informierte darüber sehr ausführlich) doch merktwürdig anmutet. Nun dürfen sie in den heimischen Justizanstalten auch wieder eingesetzt werden. Bloß die Rahmenbedingungen unter denen sie eingesetzt werden dürfen müssten deren Einsatz faktisch ausschließen.
1. muss der Anstaltsleiter jeden Tasereinsatz genehmigen (logisch – jeder Gefängnisleiter weiß bereits beim Aufstehen von einem tobenden oder revoltierenden Häftling).
2. nur besonders ausgebildete Beamte dürfen beim „Elektroschocker“ abdrücken (diese sind natürlich im Bedarfsfall immer zur Stelle).
3. Um Sturzverletzungen zu vermeiden, muss das Umfallen abgemildert werden, „zum Beispiel durch Auffangen oder Zuschieben einer Matratze“ (was sich eigenartig anhört wenn es doch so ein tolles Asset ist, sich einem Tobenden nicht nähern zu müssen – und selbstverständlich jeder Justizbeamte immer eine Aerobic-Matte mit sich trägt)
4. ein Artzt mit Notfallkoffer anwesend ist (klar – bevor ein Häftling fliehen will, bestellt er sich einen Doktor)
Was bleibt ist wieder einmal eine typisch österreichische Regelung. Aber vielleicht findet sich ja bald wieder ein FPÖ-Politiker, der ein wenig Öffentlichkeitsarbeit nötig hat und sich selbst mit einem Taser beschießen lässt.
Die neuen Leiden des jungen Marchetti
Der Schülerunion (von der der amtierende Bundesschulsprecher Nico Marchetti kommt) ist eine Klagsdrohung mit einer Schadenssummer bis zu einer Million Euro vom Bifie ins Haus geflattert. Und das zu Recht. Wenn Werner Amon nun ausrückt, um von BM Schmid zu verlangen sie solle die Klagsdrohung „gegen einzelne Schülervertreter“ veranlassen mutet das seltsam an. Die ÖVP hat beschlossen einen ihrer jüngsten Funktionäre in das Rennen gegen die Unterrichtsministerin zu schicken. Der hat sich auch ambitioniert ins Zeug gelegt – schließlich muss der Grundstein für eine Karriere in der ÖVP früh gelegt werden. Offensichtlich hat sich der junge Mann aber nicht überlegt, was passiert wenn er seine Schuldigkeit getan hat. Er ist nämlich der, der schlußendlich auf der Strecke bleibt. Und mit ihm alle, die er eigentlich vertreten sollte. Es ist ein Drama, wenn sich junge Leute für Anliegen instrumentalisieren lassen, die nicht die ihren sind. Und daraus noch dazu einen Nachteil ziehen.
Wie das Drama endet kann übrigens bei Ulirch Plenzdorf nachgelesen werden.
Romantiker in der Presseagentur
Wahre Romanciers dürften bei der deutschen Presseagentur arbeiten. Eine heute veröffentliche Aussendung zum Thema Atomenergie beginnt der Redakteur folgendermaßen:
„Paris (dpa) – In der Idylle der Normandie, umrahmt von alten Steinhäusern in grüner Landschaft, Möwenkreischen und Kühen mit riesigen Eutern, die auf den Weiden grasen, umweht von einer leichten Meeresbrise, ist der Prototyp eines Atomkraftwerks im Bau, das Frankreich gern in alle Welt exportieren will“.
Da wird die Atomenergie gleich ein bissi weniger grauslich…
Phrasendrescher Pröll und seine Budgetrede
Wenn es nicht so traurig wäre, dann würde ich lachen. Der ORF überträgt gerade die Tragödie „Die Budgetrede“ von Finanzminister Pröll. Nach 10 Minuten konnte ich nicht mehr. Hier nur ein paar Statements des Herrn Vizekanzler die sich in mein Gedächtnis gebrannt haben:
„Mein Credo lautet: Das Finanzministerium ist das Herz der Politikgestaltung. (…) Ab sofort ist jeder hier Finanzminister in seinem Ressort. (…) Das Budget erhöht die Freiheit der Minister. (…) Wir können kraftvoll helfen und trotzdem maßvoll wirtschaften (…) Jeder kann sich ausrechnen was die Deffizitentwicklung bedeutet (…) wir müssen haushalten, vor allem bei uns selber (…) das wichtigste ist Arbeitslosigkeit verhindern – mit allen Mitteln“
Aber gemein sind diese Parlamentarier schon: Kaum verredet sich der arme Herr Vizekanzler, lachen sie ihn auch schon aus. Sogar die eigenen. Und das obwohl das Fernsehen zuschaut. Also das hätt’s früher nicht gegeben…
Schüler zahlen (schon wieder) drauf
Als ehemaliger Schülervertreter muss ich derzeit besonders über die Schülerunion lachen. Stimmen die aktuellen Medienberichte, dann haben primär die Schüler verloren. Denn dann – um bei der Diskussion über „Mehrarbeit“ zu bleiben – müssen Schüler in Zukunft vier Tage mehr die Schulbank drücken. Vier schulautonome freie Tage pro Schuljahr sollen angeblich fallen.
Ich freue mich bereits jetzt über den schwarzen Bundesschulsprecher Nico Marchetti, der als gewählter Interessensvertreter seinen Wählern erklären darf, dass sie in Zukunft länger in der Schule sitzen „dürfen“. Pech, wenn man(n) sich bereits so früh instrumentalisieren lässt und dann mit seinen eigenen Interessen auf der Strecke bleibt.
Krugmänner, Klugmänner und Blödmänner
„Mir san mir und wir lassen uns ned vernadern!“ – weder von den EU-Weisen noch von Nobelpreisträgern wie einer Jelinek oder diesem Paul Krugman. Letzterer hat gezeigt, dass man nicht nur auf der Hut sein muss, wen man mit der Wahrheit unter dem Rock durch Österreich fährt.
Ein Gastbeitrag (weiterlesen…)