Die Studis haben gewählt. Manche zumindest.

Das Interesse der Studierenden an ihrer Vertretung ist traditionell nicht sehr groß. 25% Wahlbeteiligung stellt allerdings keine Stagnation auf niedrigem Niveau, sondern eher ein All time low dar. Es ist wenig verwunderlich, dass FLÖ und AG gewonnen haben, während VSSTÖ und GRAS auf der Verliererseite standen. Was tatsächlich bemerkenswert war, ist der Versuch E-Voting in Österreich einzuführen. Nicht einmal 2.200 Studierende nutzten diese Möglichkeit. Was vielleicht auch an der stümperhaften und breit kritisierten Umsetzung lag. Und das wirft kein gutes Licht auf den ohnehin wenig glückreichen – wir denken kurz auch an CERN – BM Hahn.

Veröffentlicht in: on 29. Mai, 2009 at 11:54  Hinterlasse einen Kommentar  
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Grüne (EU-)Emanzen auf verlorenem Posten

Leicht hatten es die Grünen – stetig zwischen Basiswapplern, Ökofundis und Realos schwankend – ja nie wirklich. Nachdem Voggenhuber nun erfolgreich weggemobbt wurde, stehen drei  Frauen zur EU-Wahl, um drei Mandate zu ergattern. Aktuellen Umfragen zufolge ist ein Mandat wahrscheindlicher.
Bei der Kandidatinnenbeschau fällt auf, dass es sich um eher ältere Damenen handelt, die schon seit mindestens 11 Jahren in der Politik sind. Eva Lichtenberger ist beispielsweise 54 Jahre alt und seit 25 Jahren in der Politik. Also nicht gerade das, was man als Angebot an die (weiblichen) Jungwähler bezeichnen kann. Aber auch Ulrike Lunacek ist 51 Jahre jung und mit ihren 14 Jahren Politikerfahrung nicht wirklich ein Newcomer. Monika Wanner – 39 – ist die jüngste des weiblichen grünen Kandidatentrios. Obwohl sie bereits 11 Jahre in der Politik ist, ist die Wiener Stadträtin weitgehend unbekannt.
Der unprofessionell wirkende Wahlkampf der Grünen ist nur ein Symptom der Partei, die nicht weiß in welche Richtung es weitergehen soll. Voggenhuber als Zugpferd zu demontieren war eine Fehlentscheidung. Aber wenigstens haben die Grünen drei Frauen an der Spitze für die EU-Wahl.

Veröffentlicht in: on 29. Mai, 2009 at 08:11  Kommentare (4)  
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Das Verhältnis von Mundwerk und Hirn

BZÖ Obmann Gerald Grosz hat die Patenschaft für ein Krokodil übernommen – in Anspielung an  Christian Fauls (SPÖ-Abgeordneter) Aussage Grosz trage das Sternzeichen „Krokodil“ mit  „Große Papp’n, kleines Hirn“. Das halte ich für sehr bezeichnend. Tümpelt das BZÖ doch monatelang träge vor sich hin – bis ein brauner Dampf in den Nasenlöchern brennt. Dann pirscht es vor und beißt zu. Wie Grosz in einer Aussendung wissen ließ, ist er beosnders beeindruckt von der „extrem kräftige(n) Kiefermuskulatur“  und der „enorme(n) Beißkraft, die ein Entkommen für die Opfer meistens unmöglich macht“. Wenn das kein Sinnbild für ein Verharren im ewig gestrigen ist.

Veröffentlicht in: on 25. Mai, 2009 at 17:37  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Rechten und wie wir alle wegschauen

Nach der Störaktion von fünf jugendlichen Neonazis in Ebensee hat sich die Frau Innenminister zu einer Stellungnahme hinreißen lassen. Um dann den zunehmenden rechten Abschaum in einem Atemzug linken Extremisten gleichzusetzen. Das DÖW verzeichnet verstärkte Aktivitäten im rechtsextremen Lager – von linken Gruppierungen ist weit und breit nichts zu hören, nichts zu sehen und nichts zu lesen. Besonders merkwürdig mutet es darüber hinaus an, wenn die „Schottermizi“ von gegenseitigen Provokationen spricht. Was soll den bei einer Gedenkfeier bitte eine Provokation sein? An der Uni Wien huldigenBurschenschafter nach wie vor jeden Mittwoch unbehelligt den Sigfridskopf (dem schon einmal – wie der Büste von Che Guevara – die Nase abgeschlagen wurde). Und wo sind da jetzt die bösen Linken die sich alle ach so provoziert fühlen? Oder welcher SPÖ Mandatar fühlt sich von dem Dollfußbild im ÖVP Klub provoziert, das dort noch immer prangt?
Um auf den Punkt zu kommen: Österreichs Null-Aktivität kotzt mich an. Keiner sagt etwas – keiner sieht etwas. Mauerbeschmierungen im KZ Mauthausen hier, einschlägige Störaktionen bei Gedenkfeiern, Nationalratsmitabeiter die in bedenklichen Internetshops fragwürdige Artikel einkaufen und immer wieder rassistisch motivierte Übergriffe auf Ausländer. Immer wieder wird betont es handle sich um Einzelfälle. Aber das tut es nicht. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitissmus haben einen realen Stellenwert in diesem Land eingenommen. Das traurige an der Sache ist, dass sich niemand getraut öffentlich dagegen anzukäpfen. Denn was wir jetzt sehen, ist nur der Gipfel des Eisberges. Dieses Land brennt – die Frage ist nur wann der Flächenbrand offensichtlich wird.

Veröffentlicht in: on 13. Mai, 2009 at 21:41  Kommentare (1)  
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Die ersten sichtbaren Krisengewinner

Dieses fidele Ranking führen zweifelsohne derzeit die Pharmaunternehmen an. Bedingt durch weltweite Panikmache (warum schert sich eigentlich niemand um die Tausenden Grippetote, die jede Grippewelle jährlich mit sich bringt?) schießen deren Gewinne bzw. Aktienkurse in die Höhe.
Auch Tabakunternehmen dürften es (zumindest in China) nicht so schlecht gehen: Um die Tabakindustrie anzukurbeln müssen die Beamten der Provinz Hubei nun qualmen was das Zeug hält. Das Soll-Ziel muss je Abteilung erreicht werden – Abteilungen die darunter liegen sollen bestraft werden.
Um ein drittes Beispiel zu nennen fällt mit die Automobilindustrie ein: Sie gehört offensichtlich nicht geschlossen zu den Verlierern. Da will Fiat doch glatt (mit 6,6 Mrd. Euro Schulden im Gepäck) zuerst 20% von Chrysler übernehmen und dann auch noch Opel. Wie das gehen soll? Na durch Staatshilfe natürlich! Sergio Marchionne – der Fiat-Boss – hat bei Fiat bisher einen harten Sparkurs verfolgt. Was die „Portokassa“ aber trotzdem nicht überquellen lässt. Und weder Chrysler noch Fiat glänzten in der Vergangenheit durch Innovationsgeist. Was für die zukünftige Ausrichtung auf bestehenden Märkten wie auch auf Hoffnungsmärkten (Stichwort Russland) wohl kaum ein zusätzliches Asset sein dürfte.
Einen Gewinner gab es offfensichtlich auch bei einer fidelen Pokerrunde in Barcelona: Dort hat der russische Milliardär Roman Abramowitsch (genau, das ist der dem Chelsea gehört) angeblich seine Luxusjacht verspielt. Aber die war ja nur eine halbe Million Dollar schwer.

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