Wieso? Weil eh das Selbe drinn steht. Beispiel gefällig? Nehmen wir zum Beispiel den Stern vom 17.9. her und blättern auf Seite 150 ff. Wenn wir daneben das Profil vom 28. 9. legen, fallen verblüffende Ähnlichkeiten des Artikels über die Frauenrechtlerin Waris Dirie. Aber halt! Es gibt einen Unterschied: Der Stern hat die besseren Fotografen.
Deutschland Nervös: Polizei kontrolliert grundlos Muslime
In Deutschland zeigt sich dieser Tage wieder: Ein Video und eine gesamte Religionsgruppe muss mit Folgen rechnen.
Die Deutsche Polizei kontrolliert derzeit grundlos alle muslimisch Aussehnden Personen – einfach so.
Das heißt: Am Flughafen in aller Öffentlichkeit zwei Polizisten mit Maschinengewehren gegenüber stehen und sich von der ganzen Welt angaffen lassen… Naja, wahrscheinlich bekommen sie danach einen Stern in den Pass gepickt, damit man in Zukunft gleich weiß: Schon kontrolliert – kein Terrorist, nur Muslime.

Jagd auf Muslime in Deutschland
Die krachen, die Medien
Wohin man schaut, die Lage ist überall gleichermaßen bescheiden: Die WAZ will bei der Krone aussteigen, Österreich braucht dringend neues Kapital und Gruner+Jahr Vorstand Bernd Buchholz, schließt rote Zahlen für das Jahr 2009 nicht mehr aus. Kein Wunder, musste die Bertelsmann-Tochter (In Österreich ist Gruner+Jahr unter anderem zu 56% am NEWS-Verlagshaus beteiligt) im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 57 Millionen Euro hinnehmen. Daher will Buchholz heuer noch 200 Millionen Euro einsparen.
Und das Abwälzen auf die Angestellten hat bereits seit längerem begonnen: Die deutschlen Zeitschriftenverleger verlangen von den rund 9.000 Redakteuren längere Arbeitszeiten sowie weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Österreich werden Journalisten zunehmend nach dem (schlechteren) Gewerbe-Kollektivvertrag entlohnt. Und die Drucker haben nach mehr als siebenmonatigen Verhandlungen den Arbeitskampf für eröffnet erklärt. Ganz zu schweigen von der weiter um sich greifenden Medienkonzentration (Stichwort Fusion der Styria und der Moser Holding). Wir sind gespannt auf den Entscheid des Kartellgerichts.
Skandal beim Roten Kreuz: Jahrelang falsch abgerechnet
In der Blutspendezentrale des Österreichischen Roten Kreuzes werden die Gehälter seit Jahren falsch abgerechnet. Bis dato laufen mehrere Klagen zu unterschieldichen Themenstellungen gegen das Rote Kreuz. 2007 musste das Rote Kreuz bereits 180.000 Euro wegen nicht korrekter Abrechnungen nachzahlen. Nun ist es wieder so weit: Rund 200 Mitarbeiter haben Forderungen in der Höhe von zwei Millionen Euro.
Das Verhalten des Roten Kreuzes ist einem Unternehmen, das sich so gerne als Synonym für soziale Verantwortung sieht nicht würdig. Vielmehr konterkariert es den eigenen Werbeslogan: Aus Liebe zur Unternehmenskassa.
Neugebauer soll endlich in Pension
Der alternde oberste Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer tut, was er reflexartig immer tut. Er ist dagegen. Bildungsministerin Schmied will das Sitzenbleiben abschaffen. Neugebauer sagte heute im „Hohen Haus“, dass Sitzenbleiben sei eine „Chance für jene Schüler, die in ihrer Entwicklung retardiert sind“. Womit er ein Mal mehr beweist, wie ahnungslos er ist. Denn eine Klasse zu wiederholen, ist keine Chance sondern Strafe. Der Jugendliche wird aus seinem Umfeld heraus gerissen und mit Hohn bedacht. Nicht gerade pädagogisch wertvoll. (weiterlesen…)
Warum sich Claudia Schmied überhaupt verteidigen muss
Seit vier Tagen ist die Kommunalkredit das Nummer eins Thema der „Presse“. Doch Kernpunkt der Artikel sind keineswegs die Kommunalkredit-Financials. Nein, die „Presse“ weidet sich am vorherrschenden politischen Hick Hack – wohl wissend, dass im gesamten 270 Seiten starken Deloitte Gutachten (das übrigens noch gar nicht veröffentlicht wurde) kein einziges Mal der Name „Claudia Schmied“ oder das Wort „Bilanzfälschung“ vorkommt. Aber geschenkt – Journalisten müssen Zeitungen verkaufen.
Der Gewinner ist derzeit zweifelsohne die ÖVP, die das Spiel „Angriff ist die beste Verteidigung“ perfekt beherrscht. Besonders spannend dabei ist, dass die Bundes-Finanzierungs-Agentur medial nur in Ansätzen präsent ist. Das kann schon einmal als erster Sieg gewerter werden. Sieg Nummer zwei ist, dass Claudia Schmied das Leben mit einem Gutachten schwer gemacht wird. Dass dieses eine Zeitspanne behandelt, in der Frau Schmied gar nicht mehr im Vorstand der Komunalkredit war, scheint niemanden zu interessieren…
Konkret um 18:30 auf ORF2: Das darf heute niemand verpassen
Der ORF berichtete heute bereits auf seiner Homepage über einen 20 jährigen, der auf einem Zeltfest in Frohnleiten einen Furz gelassen hat. Aber damit nicht genug: Auch Konkret wird sich der Angelegenheit annehmen. Ich weiß auf jeden Fall schon, was ich heute um 18:30 mache. Ich will ja schließlich wissen, wofür meine Gebühren verwendet werden. Und vielleicht verfolgt der ORF ja auch den Bildungsauftrag und gibt gute Tipps wo es sich besonders empfiehlt besser keinen Wind zu machen.
Sparlampen predigen, Glühbirnen kaufen
Das Forum Alpbach ist zuweilen auch für einen Lacher gut. Nachdem SPÖ-Klubobmann Cap heute bei einer EU-Debatte zugegeben hat, sich noch rasch mit herkömmlichen Glühbirnen eingedeckt zu haben, hat auch Finanzminister Pröll bekundet noch Glühbirnen gehamstert zu haben. IV-Generalsekretär Beyrer hat übrigens seine Frau noch rasch Glühbirnen auf Vorrat kaufen lassen. Dabei ist allen dreien ohnehin klar, dass an der neuen Technologie kein Weg vorbei führt. Um so lustiger wenn Pröll ein Wortspiel bemüht: „Bei mir haut es bei dieser Frage die Sicherungen durch“ .
Die Presse – eine echte Qualitätszeitung
Unter dem Titel „Australier blieb mit Hintern an der Klobrille kleben“ ließ die Presseredaktion ihrem Drang zum Boulevard freien Lauf. Die seriöse Presse – deren Oberfläche nach dem Relaunch (wenn nicht gerade wieder durch Fru Fru gebrandet) nun aussieht wie die Standard-Homepage in blau – hat heute aber noch weitere knallharte Wirtschaftsthemen zu bieten: „USA: Mann ohne Arme sollte Fingerabdruck geben“ oder die politische Brandmeldung „Desertion ist nach wie vor ein Delikt“ . Aber immerhin wertet die Presse letzteren Bericht nicht, sondern zitiert alle Beteiligten wie es sich gehört. Da bleibt zumindest ein kleiner Hoffnungsfunke an die Qualität im österreichischen Journalismus. Obwohl die Frage bleibt, ob diese Art der Berichterstattung dem entspricht, was „eine interessierte, anspruchsvolle und kaufkräftige Leserschaft“ von der Presse erwartet.
