Das schweizer Ergebnis regt auf

Das Schweizer Ergebnis hat etwas Gutes: Es betrifft und bietet damit Nährboden für spannende Gedanken und Diskussionen.

Ein Blick in die Medien zB in Die Zeit zeigt, das publizistische Volk (alle anderen wahrscheinlich auch) ist sich uneinig.

Von den Grenzen der direkten Demokratie bis zur Stärkung ebendieser ist die Rede.
Man kann jeder Meinung sein: Eines ist aber gewiss, Politiker und Medien sorgen durch unsachliche und polemische Diskussionen für emotionale Ergebnisse. Ob es nun eine Abstrafung der schweizer Politik und der aktuellen Situation im Lande ist oder eine Votum von fremdenfeindlichen Eidgenossen wird man nicht festellen.

Direkte Demokratie funktioniert nur, wenn offen, sachlich und ehrlich diskutiert wird.

Zum Abschluss noch meine Meinung: Ich bin für direkte Demokratie, finde es aber falsch über Minderheitsrechte die Mehrheit entscheiden zu lassen.

Zitat des Tages

„Treffen sich zwei Planeten
Fragt der Eine: ‘Und wie geht’s dir?’
Sagt der Andere: Schlecht, ich hab Homo Sapiens.’
‘Das hatte ich auch; geht schnell vorbei’“


Konstantin Wecker, eben bei seinem Konzert in Wien.

Veröffentlicht in: on 27. November, 2009 at 21:04  Kommentare (2)  
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Einbruch: Ein Mal 18 Monate, ein Mal Todesstrafe

Der 17-jährige Supermarkteinbrecher aus Krems wurde – nicht rechtskräftig – zu 18 Monaten Haft verurteilt. Sein Komplize hat den Einbruch mit seinem Leben bezahlt. Welche Konsequenzen der Fall für den uniformierten Schützen hat, ist noch offen.

Bei diesem Fall zeigen sich wieder einmal die Schwächen unseres Rechtssystems: Anstatt einen Minderjährigen auf ein Leben abseits krimineller Karrieren vorzubereiten, investiert der Staat lieber in den Networking-Verein Gefängnis.

Das ist Zukunftsförderung auf österreichisch.

Veröffentlicht in: on 25. November, 2009 at 13:37  Hinterlasse einen Kommentar  
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Umverteilung auf österreichisch

In den OECD Revenue-Statistics 2009 wird deutlich, dass die Abgabenquote in Österreich 2008 gestiegen ist. In 17 anderen Industrieländern knöpfte der Staat seinen Bürgern 2008 weniger Abgaben ab als 2007. Aber kein Stachel ohne Dornen.

Weil Österreich seinen Erwerbstätigen ja den Zaster aus den Taschen zieht, kann er anderswo leichtfertig aus dem Fenster geworfen werden. Wie sonst ist es möglich, dass Pensionisten eine größere „Gehaltserhöhung“ bekommen als die Erwerbstätigen in der Metallbranche? Das ist nämlich selbst für österreich einmalig.

Scheint so, als ob Blecha und Kohl zu den Vampiren der Gesellschaft werden, die den Erwerbstätigen auch noch den letzten Tropfen Kaufkraft aussaugen wollen. Da zeigt sich wieder einmal, dass sich ehrliche Arbeit in Österreich nicht wirklich lohnt.

Verspielte Wissensgesellschaft – gut verzockt ist halb gewonnen

Dieser Beitrag hat ja auf sich warten lassen. Warum? Weil manche Dinge einfach gedanklich reifen müssen. Das würde so manchen Politikern im Übrigen auch nicht schaden – auch wenn Politiker chronisch unter dem Macher-Druck leiden. Aber zum eigentlichen Thema: Die Studentenproteste sind gerade dabei sich totzulaufen. Das verwundert an sich wenig, ist das doch ein ziemlich diffuser Haufen an Protestieren (Der gelernte Österreicher folgt ohnehin spontan dem „Ferdinand-Syndrom“ und fragt sich: „Dürfen’s denn das?“). Bei der Diskussion mit dem Rektorat der Uni Wien- im Dachfoyer des Juridicum abeschottet aber immerhin als Livestream mitverfolgbar – ist aber vor allem eines offensichtlich geworden: Die Studis wehren sich gegen die Ökonomisierung der Bildung. Sie wollen nicht, dass ihre Bildung zur Ausbildung verkommt.  Aber genau das passiert mit dem Bologna-Prozess. Im dreijährigen BA wird wirtschaftshörig breites Basiswissen vermittelt. Wer Glück hat, bekommt in seineem Masterstudiengang wissenschafltliche Spazialisierungshäppchen. Nur wer wirklich ein Hardcorewissenschafter ist, kommt beim PhD zu echten akademischen Weihen.
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Veröffentlicht in: on 21. November, 2009 at 09:29  Hinterlasse einen Kommentar  
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Priester schaut Kinderpornobilder an – und nichts passiert

Ja, das „bloße Betrachten“ von Kinderpornos ist erst seit Juli 2009 strafbar. Auf dem Computer des katholischen Priesters wurden jedoch „20 bis 100″ einschlägige Bilder von Kindern gefunden. Das war auch schon davor strafbar. Wenigstens ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Es bleibt zu hoffen, dass ein weiterer pädophiler Mann Gottes nicht ungeschoren davon kommt.

Veröffentlicht in: on 10. November, 2009 at 11:49  Hinterlasse einen Kommentar  
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Österreichs Unis liegen im Koma

400 Studenten müssen sich einen Professor teilen (z.B. auf der Publizistik). Vorlesungen mit bis zu 1.500 ZuhörerInnen sind keine Seltenheit. Und was macht Minister Hahn? Er empfiehlt Studienanfängern auf Studien auszuweichen die ein besserer Betreuungsverhältnis aufweisen. Hätte er es selbst gemacht? Nein, natürlich nicht (nachzulesen u.a. im aktuellen Profil).

Deutschen Studenten werden auch gerne dafür instrumentaliseirt um Studiengebühren zu rechtfertigen. Was definitiv Blödsinn ist: Die Deutschen lassen sich auch nicht von Studiengebühren abschrecken, da sie in Deutschland aufgrund ihres Notendurchschnitts für ihr Wunschstudium nicht zugelassen werden. Während es Studiengebühren in Österreich gab, hat sich die Zahl der deutschen Studenten verdreifacht (von 6.000 auf rund 20.000).

Und was haben die Studiengebühren gebracht? Die Zahl der Studierenden mit Nebenjobs stieg rasant an. Außerdem stellen Studiengebühren (trotz Stipendien) eine Hürde für sozial Schwächere dar, da sich viele Förderungswürdige gar nicht nach Stipendien erkundigen.

Aber der Bologna-Prozess wird’s schon richten. Zumindest in der Welt von Minister Hahn. Dabei ist sogar die ÖVP-Aktionsgemeinschaft mit der Umsetzung unzufrieden. Schließlich kann man nicht einmal innerhalb Wiens zwischen Wirtschaftsuni und Hauptuni auf unkomplizierte Anrechnungsmodalitäten hoffen.

Veröffentlicht in: on 6. November, 2009 at 12:40  Kommentare (1)  
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Bologna ist tot. Lang lebe der Bologna-Prozeß!

Österreich und Ungarn richten 2010 die große 10-Jahre-Bologna-Konferenz aus. Zu feiern gibt es hingegen nichts. Auch wenn zum Beispiel die Wirtschaftskammer im Magazin der FH Wien „studio!“ wahre Lobeshymnen auf die neue Studienarchitektur singt. Kein Wunder: Werden Bachelorabsolventen oftmals nur als Halbakademiker angesehen und dementsprechend entlohnt, nutzt die Wirtschaft die neue Studienarchitektur primär als Lohndumpinginstrument.

Der Bologna-Prozeß hat eine Eigendynamik entwickelt, die mit vollgestopften Studienplänen, unnötigen Evaluierungen und Reglementierungen gespickt ist. Dadurch ensteht ein Paradoxon: Die Universitäten sollen mehr Akademiker produzieren, andererseits Studienplätze limitieren. Die Qualität der Studiengänge soll steigen, gleichzeitig sollen die Universitäten jedoch günstiger werden. Einerseits sollen sie autonom agieren, andererseits müssen sich alle den gleichen Standard beugen. Einerseits soll die Mobilität der Studierendengesteigert werden, andersrseits soll in Mindeststudienzeit studiert werden. Auf der einen Seite sollen die Grundlagen für eine wissenschaftliche Ausbildung gelernt werden, andererseit sollen die Grundstudien berufsqualifizierend sein. Man merkt schon: Das kann sich so nicht ausgehen. (weiterlesen…)

Profil basht Falter

Im aktuellen Profil lässt es sich Michael Nikbakhsh nicht nehmen über ein „Gespräch“ im Falter mit Julius Meinl herzuziehen. Doch Obdacht! Es geht gar nicht um das Gespräch! Viel mehr geht es um die „Unsitte“, dass Journalisten ihre Geschichten nicht autorisieren lassen.

Die Authorisation von Interviews ist „eine seit Jahrzehnten gängige Usance“ wie Nikbakhsh schreibt. Das mutet seltsam an. Gerade das Profil, das sich so gerne als Speerspitze des qualitativen Aufdeckerjournalismus sieht, wird nicht müde PR Agenturen stetig auszurichten, wie unabhängig man sei. Und eben darum keine Texte autorisieren lasse.

Ganz so unabhängig wie der Falter ist man beim Profil aber offenbar auch nicht.

Veröffentlicht in: on 3. November, 2009 at 09:54  Hinterlasse einen Kommentar  
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