Laura Rudas und das Kopftuch – „Heute“ lässt ein kleiner roter Papagei „aufhorchen“

Wenn ich das Wort Papagei höre, muss ich unweigerlich an Augenklappen, Holzbeine und Totenköpfe denken – kurzum an Werner Faymann. Und an die kleinen Laaaaura, die aus seiner Schulter sitzend, beharrlich Stumpfsinnigkeiten vor sich hin krächzt.

Der Vogelkäfig-Unterlage „Heute“ gegenüber erklärte Laura Rudas heute beispielsweise, dass es „Ziel muss sein, die Kopftücher abzuwerfen. Wir dürfen nicht zuschauen, dass Kinder aufwachsen, als hätte die moderne Aufklärung nicht stattgefunden.“

Einmal abgesehen von der exzellenten Wortwahl: Ist Toleranz nicht ein grundlegender Verdienst der „modernen“ Aufklärung? Aber weiter geht’s: Für die kleine Laaaaura ist das Kopftuch nämlich ein „Symbol der Ungleichbehandlung“. Dass so manche Kopftuchträgerin darin eine Möglichkeit sieht, dem westlichen Schönheitswahn zu entkommen, dürfte ihr neu sein. Herzig auch die Einschätzung, dass das Kopftuch in Istanbul im Straßenbild bei weitem nicht so präsent sei wie in Österreich. Liebe Laura! Ich verstehe ja, dass du angesichts der alten faden Männer in deiner Partei den HC recht sexy findest. Aber trotzdem solltest du ihm nicht immer alles glauben…

Aber am besten finde ich immer noch den Schluss: „Ob ein Vater seiner Tochter alle ihr zustehenden Rechte gebe – etwa in der Ausbildung -, dürfe nicht zur persönlichen Entscheidung werden“, schreibt „Heute“. Nun, liebe Laura, wenn das so ist, würde ich dir empfehlen, diese Forderung zuerst bei deinen Kernwählern durchzusetzen. Denn wie die Statistik zeigt, hat auch ein jahrzehntelanger freier Universitätszugang zu keiner  breiten akademisch gebildeten Arbeiterschicht geführt. Aber das wäre wohl auch nicht im Interesse der SPÖ – oder liebe Laura?

Abendland in Christenhand

Das war einer der prominentesten Slogans der FPÖ bei der heurigen EU-Wahl. Wir haben die Nachwahlzeit genutzt und uns ein paar Werke des Spitzenkandidaten, Andreas Mölzer, angeschaut. Wir gestatten uns lediglich einige Beispiele um das Gedankengut ein wenig zu sezieren. (mehr…)

Fekter und der Scherbenhaufen

Ob die ÖVP nun die Idee von der FPÖ aufgreift oder umgekehrt ist für den Außenstehenden kaum nachvollziehbar. Auf jeden Fall macht sich die Innenministerin nun (auch) für eine Stadtwache in Wien stark, welche die Polizei unterstützen soll. Das hängt auch damit zusammen, dass nur die wenigsten Beamten auch in Wien Dienst machen wollen und in Wien daher konstanter Polizistenmangel herrscht. „Mehrere hunderte Beamte [wollen] aus dem Hotspot Wien aufs ruhige Land“, sagte Fekter u.a. gestern. Was Fekter nicht sagt, ist, dass sie mit ihrem Konzept nur davon ablenken will, dass die Polizei seit einem Jahrzehnt unter schwarzen Inninministern absolut unterbesetzt ist. Fekter verspricht auch 1000 neue Polizisten in den kommenden fünf Jahren (in ganz Österreich) zusätzlich in Dienst zu stellen. Das ist einigermaßen skurril. Schließlich hat Schwarz-Blau rund 4000 Planposten bei der Polizei eingespart. Nun kann Fekter den hausgemachten Scherbenhaufen aufräumen.

Der Sicherheitswahn der FPÖ

Bei der FPÖ Klubklausur heute wurde wieder einmal die Idee der „Sicherheitswachen“ reanimiert. Der, als im rechten Eck stehende, bekannte FPÖ Sicherheitssprecher Johann Gudenus forderte heute eine eigene, 5.000 Mann starke, Wiener Wachtruppe.
Was passiert wenn sich eine Partei eine paramilitärische Garde hält sieht man derzeit in Ungarn. Da werden Minderheiten (allen voran Roma) verfolgt, ermordet und deren Häuser niedergebrannt.
Aber selbst wenn die „Sicherheitswache“ so kommen sollte wie sie sich die FPÖ vorstellt: Schlagstock und Pfefferspray im Einsatz gegen einen Wasserrohrbruch? Das klingt nicht nur absurd sondern zeugt von der Undurchdachtheit des Vorschlages. Ich wäre sehr dankbar wenn die FPÖ uns zumindest eine Woche lang mit ihren wahnwitzigen Ideen verschonen würde. Damit wir wenigstens einmal kurz vor der FPÖ sicher sind.

Veröffentlicht in: on 16. Juni, 2009 at 16:13 Kommentare (2)
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Europa hat gewählt

Überraschungen? Keine. SPÖ und Grüne haben wie erwartet (verdient) verloren, die Populisten Strache (der ja gar nicht zur Wahl stand, aber bitte wer ist dieser Mölzer?) und Hans Peter Martin haben gewonnen. Wobei der eigentliche Wahlgewinner wieder einmal die Nichtwählerpartei gewesen wäre. Eine Mini-Analyse. (mehr…)

Veröffentlicht in: on 8. Juni, 2009 at 07:36 Kommentar schreiben
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Die FPÖ hat die Wahl verwechselt

Ich bin ja mittlerweile davon überzeugt, dass die FPÖ die EU Wahl mit der Gemeinderatswahl in Wien 2010 verwechselt hat. EU-Themen? I wo! Statt dessen hat strache wiederholt verlautbart Bürgermeister Häupl vom Thron stossen zu wollen. Eine von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt geblieben Waffenputztuch-Initative (der Standard berichtet) ist eine der wenigen Aktionen der FPÖ die sich inhaltlich zumindest irgendwie auf die EU bezieht. Ansonsten tut sich Susanne Winter wieder einmal mit islamfeindlichen Äußerungen hervor und kritisiert Schweinetötungen in Ägypten. Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Steht in der FPÖ Welt neben der Türkei und Israel also auch Ägypten auf der EU-Beitrittsliste?

HC Strache ließ bei seine Abschlussveranstaltung am Wiener Viktor Adler Markt (bei welcher der eigentliche Spitzenkandidat Mölzer selbst nur ganz kurz zu Wort kam) neben der Bundeshymne noch den Strache-Rap abspielen und lud zur gestern Freitag eigentlichen Abschlusskundgebung in oberösterreichische Frankenburg, dem langjährigen Wohnsitz der Familie Zogaj ein. Also wieder ein Asylthema (das in der dargebotenen Weise an Arroganz und Zynismus kaum zu überbieten ist), das mit der EU nur peripher zu tun hat.
Die Liste an Beispielen ließe sich fortsetzen, ich will aber nur noch ein Highlight des FPÖ Wahlkampfes hervorheben. Am besten gefällt mir nämlich folgendes FPÖ-Plakat: Für Österreich da, statt für EU & Finanzmafia. Der Spruch impliziert mehrere Aspekte:
1. Mözer kanditiert offensichtlich gar nicht für das EU-Parlament?!
2. Die Finanzmafia kenne ich nicht. Aber vielleicht meint Strache und Co ja seine Kompadres, die sich unter Schwarz-Blau in Seibersdorf gegenseitig mit Jobs versorgt haben? Das wäre dann aber wohl auch ein typisch österreichisches Thema.
3. EU & Finanzmafia? Meint die FPÖ vielleicht den Schutz des Euro-Raumes oder das 5 Mrd. Euro schwere EU-Hilfspaket?
Ach was, ich gebe auf und warte auf den Tag der Abrechnung.

Veröffentlicht in: on 6. Juni, 2009 at 10:31 Kommentare (1)
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Strache gegen Inder?

Bislang musste man sich laut FPÖ-Doktrin ja hauptsächlich vor den Moslems fürchten. Die intelligenten, freidliebenden und sparsamen Inder hatte ja schon Telering für sich vereinnahmt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen stellt sich nun aber die Frage, ob sich diese Stereotypen so ohne weiteres aufrecht erhalten lassen, oder ob ein Kurswechsel der FPÖ zu erwarten ist (Motto: „Mohamedaner statt Guru-Nirvana“).

Veröffentlicht in: on 25. Mai, 2009 at 15:11 Kommentare (1)
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Nichts ist zu peinlich

In Kärnten tritt das BZÖ bei der Landtagswahl also als „Liste Jörg Haider“ an. Abgesehen von Pietätsgründen, scheint das BZÖ an sich selbst zu zweifeln. Petzner ist bereits abmontiert, Dörfler wird von den beiden Scheuch-Brüdern gerade abgesägt und Canori wurde bereits von der FPÖ abgeworben. Wir sind gespannt auf den weiteren Selbstzerfleischungsprozeß der Orangen.
Aber in diese Wahlkampf gibt es bereits weitere Skurilitäten: So kanditiert etwa der Sohn eines ägyptischen Geschäftsmann mit der Liste „Gadaffi Partei“. Ob deren Wahlprogramm – wirtschaftliche Kontakte in den arabischen Raum zu knüpfen – bei den erstmal wahlberechtigten 16-jährigen zieht, darf bezweifelt werden.

Veröffentlicht in: on 23. Januar, 2009 at 15:17 Kommentar schreiben
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Die Parlamentsumbauposse geht weiter

Was viele Österreicher schon lange vermutet haben ist nun Gewissheit. Das Parlament ist nicht ganz dicht. Das an sich ist ja nichts Neues. Nun regnet es aber tatsächlich bis in den Plenarsaal. „Das Bummerl“ haben in diesem Fall die Grünen, sie mussten sogar einen Teppich entfernen um dem „Sauna-Flair“ Herr zu werden.
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Top-Meldung: Susanne Winter – nicht rechtskräftig – schuldig

Zur Erinnerung: FPÖlerin Susanne Winter bezeichnete „Mohamed ein Kinderschänder“,  sprach von „schleichender Islamisierung“, einem „Einwanderunstsunami“ und forderte die Errichtung eines „Tierbordell“ für muslimische Männer.
Uneinsichtig stellte sie sich heute – mit weißer Lilie in der Hand – dem Gericht. Sie leugnet weiterhin gesagt zu haben es werde „Polit-Hatz“ gegen sie  und „Gesinnungswächtertum“ betrieben. Die Verurteilung  von Winter (24.000 Euro Geldstrafe plus drei Monate bedingte Freiheitsstrafe) ist ein wichtiges Zeichen an alle ewig Gestrigen, das solches Gedankengut in Österreich keinen Platz hat.
Ihr Sohn wurde übrigens wegen solchen Aussagen bereits zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

Veröffentlicht in: on 22. Januar, 2009 at 15:33 Kommentare (3)
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