Faymann versagt bevor es richtig los geht

Ein Beispiel gefällig? Faymann spricht gerne von der Entlastung der Arbeitnehmer. Die mit der ÖVP ausgehandelte Steuerreform kommt nur eben genau diesen wenig zu Gute. Vor allem den 1,4 Mio. Arbeitnehmern in Österreich, die so wenig verdienen, dass sie ohnehin keine Lohnsteuern zahlen. Der von der SPÖ geforderte Bonus in Form einer Negativsteuer wird nicht kommen. Überheupt: Von den drei Milliarden Enlastung entfallen lediglich 10% (!!!) auf das untere Drittel der Einkommensschicht.
Die ÖVP hat sich (wieder ein mal) durchgesetzt: Das meiste Geld fließt in die Mittelschicht und zu den Spitzenverdienern. Richtig wäre gewesen, wenn sich Faymann durchgesetzt hätte und eine langjährige SPÖ Forderung endlich durchgeboxt hätte: Arbeit weniger besteuern und Vermögen vermehrt belasten. Das würde Leistung und Beschäftigung fördern!

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Published in: on 20. November, 2008 at 08:43  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Weil die Mittelschicht ja nicht arbeitet sondern nur das untere Einkommensdrittel (Daumenhoch) und diese wurde mit dem Wegfall der Arbeitslosenversicherung ohnehin schon entlastet.
    Man sollte überhaupt etwas vorsichtiger sein, in dne „Genuß“ des Eingangssteuersatzes ist jeder ausgelernte Lehrling im Handel und Gastronomie gekommen, wenn die jetzt profitieren, dann kann man wohl kaum von „die ÖVP hat sich durchgesetzt“ sprechen. Besonders weil die eine Senkung des Spitzensteuersatzes wollte…

  2. Die Beiträge der Arbeitslosenversicherung wurden im frühjahr lediglich gesenkt – nicht abgeschafft.
    Was Lehrlinge (gerade im Handel und Gastronomie!) anbelangt: Diese werden seit Jahren erbärmlich entlohnt. Die Lohnsteigerungen kommen gerade einmal der Inflationsabgeltung gleich. Gepaart mit miseralblen Arbeitsbedingungen hätten es sich gerade diese beiden Berufsgruppen verdient jetzt verstärkt zu profitieren. Arbeit muss entlastet werden, nicht Vermögen!

  3. Für Einkommen bis 1.100 Euro Brutto ist die Arbeitslosenversicherung komplett gestrichen, bei Einkommen bis 1.350 Euro reduziert.
    Ich rede von ausgelernten Lehrlingen also 1. Jahr nach der Lehre und bereits die sind im Eingangssteuersatz drinnen, also so zu tun als würden nur Reiche Lohnsteuer zahlen, zeugt von Ahnungslosigkeit: das geringste aktuelle Mindesgehalt im Handel ist derzeit 1.152,- (Aushilfskraft ohne Kundenkontakt – z.B. Leerflaschen sortieren oder Lager schlichten), dieser Mensch profitiert genauso von der Steuerreform und kann wohl schwer als Mittelschicht gelten.

  4. Sich einfach die KV-Tabelle herzunehmen und zu schauen wie die niedrigste Einstufung entlohnt wird greift zu kurz. Viele „Regalschlichter“ werden leider auf Werkvertragsbasis eingestellt und dann sinngemäß „pro Meter Regal“ entlohnt. Damit kommen sie niemals auf den kollektivvertraglich geregelten Betrag.
    Außerdem habe ich nie argumentiert, dass nur „Reiche“ Lohnsteuer bezahlen.

  5. Soweit ich weiß bei Hofer, Merkur, Billa, Spar usw. nicht der Fall, kannst du mir ein Beispiel nennen?
    Du hast argumentiert, dass Arme nicht oder kaum profitieren, die oben genannte Person (und das trifft auf ein Großteil der Handelsangestellten) bekommt etwas weniger als ein Monatsgehalt durch den Wegfall der Arbeitslosenversicherung und die Steuerreform.

  6. Hofer und Spar sind Positivbeispiele. Negativbeispiele sind u.a. Schlecker und Lidl.
    Und ich bleibe dabei: Nach derzeitigem Stand profitieren die am schlechtesten verdienenen Menschen in Österreich am wenigsten von der anstehenden Steuerreform.

  7. momenteinmal – ich arbeite 60h in der Woche, verdiene soweit ganz gut – aber in den letzten 10 Jahren werden die Ausgaben immer höher als das Einkommen – netto bleibt für mich immer weniger über, und das, obwohl ich zu den Besserverdienenden gehöre.

    Arbeit gesamt – nicht nur in den unteren Einkommensschichten gehört entlastet. Vermögen belastet.
    Aber da traut sich niemand drüber.


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