Banken borgen zum Nulltarif

Der Konjunkturabschwung brachte eine Senkung des Leitzinssatzes auf fast 0% durch die US-Notenbank. Ihr neuester Clou: Sie will Staatsanleihen kaufen.Skurriler geht es wohl gar nicht. Abgesehen davon, dass kein Privater ein gratis Darlehen bekommt, will die Notenbank quasi bei sich selbst „einkaufen“. Was für eine Posse. Erinnernt mich ein bisschen an einen Klassiker: Der Kapitalismus ist tot. Lang lebe der Kapitalismus!

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Published in: on 17. Dezember, 2008 at 12:19  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Man soll es nicht verschreien. Als letztes Mittel um die Wirtschaft wieder anzukurbeln bliebe der Notenbank immer noch die Option Zinsen zu zahlen statt zu kassieren…

  2. hm. ich kann der idee durchaus was abgewinnen. keine zinsen mehr. kein gewinn durch kaptial, sondern wieder gewinn durch arbeit. das könnte – langfristig – der gesamten wirtschaft gut tun. flankiert von mikrokrediten für kleine einzelunternehmen und schon könnte wirklich mal was weiter gehen.

    mal sehen, wie lange die fed mut hat …

  3. Was auch immer die FED tut (und in Zusammenhang mit Spekulationsgeschäften gibt´s ja die seltsamsten Gepflogenheiten), nur eine Anmerkung an irishwolfhound:
    Ihr Problem mit Gewinnen aus Kapital ist durchaus verständlich. Ich selbst unterstelle mir eine linke Gesinnung, aber in diesem Punkt gibt´s ein ganz einfaches Naturgesetz: JEDER Gegenstand ist handelbar. Legal/illegal/scheissegal.
    – Eine Firma emittiert Aktien, um an Investitionskapital zu kommen
    – Der Aktionär erhält jährlich seinen Gewinnanteil
    – Bei der Aktie handelt es sich um einen Gegenstand, somit wird sie gehandelt.
    – Daraus entsteht ein Preis für die Aktie (Angebot/Nachfrage)
    – Jemand macht durch die Differenz (= billig gekauft, teuer verkauft) Gewinn. Hat er die Aktie kürzer als ein Jahr besessen, ist er einkommenssteuerpflichtig. (für längerfristige Geschäfte gibt´s den Gedanken der Abgeltungssteuer nach deutschem Vorbild)
    – Hat er Verlust gebaut, kann er diesen nicht von der Steuer absetzen.
    – Handel mit Aktien erzeugt nichts, stellt nichts her. Das tun übrigens die meisten Arbeitnehmer nicht mehr.

    Ich kann daher an Kapitalgewinn nichts anstössiges erkennen, auch nichts, was der Wirtschaft schadet. Beispiel: Wenn Kapitaleinkünfte schlecht sind (und gar „verboten“ würden – was an der Praxis exakt nichts ändern würde, da hier mit einem Gegenstand gehandelt wird, aber spinnen wir die Idee einfach weiter), hätte eine Aktie keinerlei Wert, weil der Wert/Preis über eben den Handel definiert wird. Was bitte soll´s der Wirtschaft (oder irgendwem) nutzen, wenn Aktien Null-Wert hätten?

    Kein Gewinn aus Kapital: Gilt das auch für jede andere (mehr oder minder risikolose) Sparform?

    Ein Punkt ist aber definitiv: Einkünfte aus Kapitalertrag sind nicht sozialversicherungspflichtig. Und das ist ganz sicher nicht fair.


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