Zitat des Tages

„Der Kapitalismus ist kein Erfolg. Er ist nicht intelligent, er ist nicht schön, er ist weder gerecht noch tugendhaft und er liefert nicht die Güter die wir brauchen. Um es kurz zu fassen: Wir mögen ihn nicht, und wir beginnen ihn zu hassen.“ John Maynard Keynes (1883 – 1946)

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Published in: on 18. Dezember, 2008 at 18:33  Comments (8)  
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8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das Zitat geht übrigens noch weiter:

    [Capitalism] is not a success. It is not intelligent, it is not beautiful, it is not just, it is not virtuous—and it doesn’t deliver the goods. In short, we dislike it, and we are beginning to despise it. But when we wonder what to put in its place, we are extremely perplexed.

  2. Der letzte Satz gibt dem Zitat eine völlig andere Wendung. Und mal ehrlich, so schlecht kann das System nicht sein, wenn bis jetzt keine ernstzunehmende Alternative für Demokratien entstanden ist. Wer will schon in einem kommunistischen Staat leben?

  3. warum muß eine demokratie mit kapitalismus gleichgestellt sein und als alternative nur der kommunismus.
    das leben ist nicht nur schwarz oder weiß, neue ideen sind gefragt statt entweder oder!

  4. Meiner Meinung nach passt Kapitalismus und Demokratie sowieso nicht zusammen. Und zwar weil es einer der großen Aussagen des Kapitalismus ist, dass sich das System von selbst regelt wenn man es in Ruhe lässt, bzw. nur ganz spezielle Eingriffe wie die Zerschlagung von Monopolen nötig sind, wozu man jetzt keine wirkliche Demokratie braucht. Oder braucht es eine Volksabstimmung um zu merken, dass Microsoft mit seinen 90% Marktanteil praktisch eine gesamte Wirtschaftssparte beherrscht?

    Da würde ich die Demokratie eher dem Kommunismus mit seiner ausufernder Bürokratie zuordnen. Dort regelt sich nichts von selber, sondern es läuft nach einen gewissen Plan. In so einem System ist es viel wichtiger, dass es Möglichkeiten für ein Feedback des Volkes gibt und dies in den Plan einfließen lässt.

  5. Man sich darüber im klaren sein, dass das, was wir jetzt haben ja gar kein richtiger Kapitalismus ist. Die Eingriffe des Staats in die Wirtschaft sind massiv. Das ist nicht alles automatisch schlecht, aber es ist einfach kein Kapitalismus mehr.

    Gerade die USA sind das perfekte Beispiel dafür: die Zentralbank hat Jahrzehnte lang die Zinsen künstlich niedrig gehalten um Konsum und Investitionen anzuheizen. Schon dieser Eingriff der Zentralbank (den es natürlich überall auf der Welt gibt, in den USA aber besonders extrem) ist anti-kapitalistisch.

    Zusätzlich wurden durch verschiedene Gesetze die Banken verführt und verpflichtet, Menschen Kredite für den Hausbau zu geben, denen sie unter normalen Marktbedingungen niemals Kredite gegeben hätten. Auch das ist anti-kapitalistisch.

    Die USA haben aufgrund dieses Systems im Moment massive Probleme. Einige (z.B. Peter Schiff und Glenn Beck) sind der Meinung, dass das nicht nur ein vorübergehendes Problem ist, sondern der Zusammenbruch der gesamten US-Wirtschaft und der Dollar-Währung.

    Und was ist der Grund dafür? Nicht der Kapitalismus, sondern ironischer weise der selbe, weswegen die Sowjetunion kollabiert ist: man hat sich verplant.

    An dem Niedrigzins-System und dem „Sozialer Wohnbau Projekt“ in den USA haben die intelligentesten Menschen mitgewirkt. Trotzdem: wenn man vor 1/2 Jahr diese Leute über den Zustand der Wirtschaft befragt hat, dann haben sie kein Problem nirgends gesehen (es gibt auf Youtube ein Video dazu: „Peter Schiff was right“). Offensichtlich reicht die geistige Kapazität des Menschen nicht aus um ein Wirtschaftssystem zu Planen – das hat in der Sowjetunion nicht funktioniert und jetzt merken wir, dass auch die „eingeschränkte Planung“ in den USA nicht funktioniert hat.

    Und deswegen gibt es den Kapitalismus. Nicht, weil der per se so super ist, sonder weil alles andere nicht funktioniert. Und das ist auch was Keynes in dem Zitat ausdrückt.

    Natürlich ist dieses Zitat von Keynes vergleichbar mit dem von Churchill über die Demokratie: Democracy is the worst form of government, except for all those other forms that have been tried from time to time.

  6. Nachdem der KOmmentar von Michael jetzt um ein vielfaches länger ist als das Zitat, bieten wir gerne an einen Gastbeitrag bei uns zu schreiben. Bei Interesse bitte den Beitrag einfach an unsere e-mail-addy schicken.

    Eine Sache sehe ich allerdings anders: „…Banken verführt und verpflichtet, Menschen Kredite für den Hausbau zu geben, denen sie unter normalen Marktbedingungen niemals Kredite gegeben hätten. Auch das ist anti-kapitalistisch.“
    Ich sehe das deswegen anders, weil bei höherem Risiko natürlich auch höhere Zinsen fällig werden. Ergo: Die Banken mehr verdienen. Die Idee hinter dem „System Konsum auf Pump“ ist zwar moralisch verabscheuenswürdig, aber rationell (innerhalb dieses Systems) nachvollziehbar. Meiner Meinung nach dürfte überhaupt keine Bank irgend jemandem Geld für den Erwerb von Konsumgütern leihen.

  7. „Meiner Meinung nach dürfte überhaupt keine Bank irgend jemandem Geld für den Erwerb von Konsumgütern leihen.“

    Auf ins Mittelalter! Michael hat brilliant analysiert, nur verstanden hast es nicht, es geht um die Staatsintervention, es wurden eben nicht höhere Zinsen aufgrund höheren Risikos bezahlt sondern staatlich verordnete niedrige Zinsen.

  8. Um mich kurz zu fassen: Die Immobilienblase ist u.a. deswegen geplatzt, weil die Banken Hypotheken gewährt haben, die den Wert der Immobilie um ein Vielfaches überschritten. Durch dieses bewusst in Kauf genommene erhöhte Risiko wurden natürlich auch höhere Zinsen verrechnet.
    Und was Kredite auf Konsumgüter anbelangt: Es ist verantwortungslos Menschen einen Kredit zu geben, damit sich diese Luxusgüter wie zum Beispiel eine Fernreise leisten können. Das hat wohl nichts mit Mittelalter zu tun.


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