Ein Jahr endet, ein „neues“ beginnt

Auch ich will das „neue“ Jahr als Anlass nehmen um einen Rückblick auf etwas zu werfen das sich im ersten Augenblick gar nicht lohnt behandelt zu werden; auf die Vergangenheit. 1. ist sie vergangen und 2. ist das letzte Jahr politisch und gesellschaftlich uninteressant. Passiert ist nichts, zumindest nichts, das auf’s Menschsein Lust macht.

Von denkerschmiede

Der Herr Vizekanzler a.D. markierte mit einem inszenierten Sager, ausgesprochen mit der Inbrunst, jetzt einen uninszenierten Sager abzulassen der sich viral auf alle Leiberl, Handys und Freecards verbreitet, den Untergang der alten Großen Koalition (Nr. 14) um, ja man glaubt es kaum, den Weg zu Nr. 15 zu ebnen.

Was gab es sonst im Jahr 2008? Kriege, aufgetauchte Entführungsopfer, Sinfluten, Finanzkrisen – also eigentlich nichts Neues; wobei, Achtung etwas ist schon auffällig: Das Abschieben von Verantwortung ist Mode. Nicht neu aber perfektioniert und im Moment anscheinend das Einzige worüber wir unser Dasein definieren.

Unsere Politiker machten es uns vor: Schuld ist prinzipiell der andere. Was unter Klima anfing, perfektionierte Gusenbauer und Molterer. Die Inszenierung der Politik; plötzlich ist nicht mehr wichtig was man tut, sondern was man fordert. Klappt es nicht, hat man es voll Überzeugung gefordert, leider scheiterte es am Anderen.
Österreich wird seit langem nicht mehr regiert sondern nur mehr verwaltet, ja es ist ja auch nicht mehr notwendig, denn Destruktivität zählt.

Warum? Hier kommen wir zum nächsten überzeugten Verantwortungsabgeber, dem Journalisten. Wer berichtet schon gerne über so etwas Fades wie gute Zusammenarbeit, wer bringt schon ein Zitat von einem Klub-Chef, der sich über die gelungene Zusammenarbeit freut? Wohin Konstruktivität führt sieht man an den Grünen.

Das beste Beispiel ist die Finanzkrise. Ja, jetzt schreien und schreiben alle, Politiker wie Journalisten, über böse Bänker, skrupellose Kapitalisten und und und… Nur wer hat den all die letzten Jahre dieses System propagiert? Zeitungen wie Der STANDARD oder Die Presse mutierten ja zu den reinsten Finance-Bibeln; zeigten Beispiele von Börse-Selfmade Millionären und suggerierten den Erfolg. Welche Politiker entwickelten ein Pensionssystem basierend auf 40 % Aktienanteil? Es sind Politik und Medien, die dieses System auf Schiene brachten, groß gemacht haben es aber wir alle.

Wir alle profitierten von steigenden Wertpapierdepots, durch neue Produkte, die die Auftragsbücher füllten aber das wird schnell vergessen.

Ich habe einen Neujahrswunsch an uns alle: Übernehmen wir selbst Verantwortung und seien wir etwas reflektierter; um wieder etwas Qualität ins Mensch sein zu bringen.

Nie vergessen:
Wir lesen was sie schreiben,
Wir kaufen was sie anbieten,
und wir wählen den Unsinn, den sie verzapfen…

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