Reinhold Mitterlehner – Poltern und Schädigen

Banken-Bashing ist mittlerweile zu einer neuen politischen und medialen Kategorie geworden; nachdem es in der Bevölkerung schon seit jeher Gang und Gebe ist.
Im Moment nimmt es aber ungeahnte Außmaße an.

Minister Mitterlehner fuhr im heutigen Ö1 Morgenjournal wieder mit voller Breitseite gegen die Banken; Kredite wären zu teuer, es würden keine Vergeben werden und und und…

Aber versuchen wir wiedermal bei den Fakten zu bleiben…

1. Unternehmer bekommen keine Kredite
Keiner dieser medialen Aussagen hat Fakten zu grunde; die einzigen Zahlen die bekannt sind, wurden letzte Woche von APA veröffentlicht: Die Erste Bank und Sparkassen vergaben drei % mehr Kredite im 4 Quartal als im Vorjahr. Einzig die Konsumkredite gingen zurück
2. Kredite sind zu teuer
Stimmt, Kredite wurden teurer, stiegen aber ebenfalls die Liquiditätskosten
3. Banken wollen keine Kredite vergeben
Wer das behauptet hat das Geschäftsmodell von Banken nicht verstanden

Mitterlehner will nun als Sofortmaßnahme den Staat als Kreditgeber auftreten lassen … klingt gut im ersten Moment, nicht wahr? Ja aber nur im ersten.
Denn das entscheidende Detail, warum es Unternehmer gibt, die keine Kredite bekommen:
Es mangelt an Bonität!
Lt. Erste Bank Generaldirektorin Bleyleben-Koren wären alle an sie eskalierten negativen Vergabeentscheidungen, auch schon vor der Finanzkrise abgelehnt worden.

Was die Banken jetzt mit Sicherheit nicht machen, ist Kredite leichter zu vergeben, denn so hat das Problem angefangen… und Österreich sollte jetzt nicht alte US Fehler begehen.

Was man auch nicht vergessen darf, die Banken sind Verursacher Nummer 1 am Schlamassel

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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das die Banken „selbst schuld“ sind an ihren Problemen steht wohl außer Frage.

    Ich möchte auch nicht das Pro und Contra von „Staatskrediten“ mit Ihnen diskutieren, sondern die Problematik das es anscheinend doch zu wenig Liquidität im Markt gibt. Entgegen ihren Aussagen.

    Ich höre das aufgrund meiner Funktion doch sehr oft von jungen Unternehmern. Das mag nicht repräsentativ sein, aber bietet dennoch Anlass zur Sorge. Das die Banken versuchen jetzt nicht noch mehr Risiko einzugehen ist verständlich, jedoch muss klar sein das die Österreichische Wirtschaftsstruktur, entgegen Basel 2, nach Fremdkapital lechzt – das ist eine gewachsene Struktur.

    Das Hauptproblem ist die Förderung von Unternehmen über Fremdkapital-Instrumente wie ich auch in meinem Eintrag (http://twentyfourseven.cc/2009/02/staatsbank-statt-freiem-bankensystem-–-kreditvergabe-neu/) darlege.

    Außerdem sollten wir den Leuten auch sagen das eine gute Vorbereitung jetzt auch viel bringen kann – wie die Ombudsstelle der Wirtschaftskammer oder die AWS Beratungen.

  2. ich bin mir nicht einmal sicher, ob es zu wenig liquidität am markt gibt. sie wurde definitv teurer aber ob es zu wenig ist, ist die frage.
    das ist m.E. nach auch nicht das kernproblem.
    die hauptschwierigkeit ist, dass es jetzt im moment schwerer ist an kredite zu kommen und das aus zweierlei gründen:

    1. sie wurden teurer – eben weil liquidität teurer wurde
    2. viele unternehmer oder private erfüllen jetzt nicht mehr die bonitätskriterien und das oft gar nicht weil sie keine aufträge haben tlw. schlicht (v.a. im privaten bereich) weil die depots weniger wert sind, die als besicherung angeboten werden.

    aber ärgerlich, vor allem aus politischer und medialer sicht, ist die pauschale bank verurteilung – denn das ist einfach nicht wahr und ist ja auch nicht im interesse der bank

    das kritisiere ich hauptsächlich.

    dann kommt die debatte was man tun kann.
    die frage ist ernsthaft – ist es eine lösung, jetzt kredite „einfacher“ herzugeben? die NINJA-kredite (no income, no job and assets) haben zu dem schlamassel geführt.

    sollten wir jetzt die risikobedingungen lockern? ein heikles und schweres thema; sicher kontraproduktiv ist aber bankenbashing aus allen politiklagern.

  3. http://derstandard.at/?url=/?id=1233586840398


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