Wie die Österreicher die Krise spüren und was den Politikern dazu einfällt

Nach den Banken und Autozulieferern streicht Otto-Versand in Graz nun 270 Jobs und sperrt gleich das ganze Logistikzentrum in der Steiermark zu. Währenddessen erklärt GPA Boss Katzian (im morgigen Kurier Interview), dass die Verstaatlichungen einer Bank für ihn kein Tabu sei. Das ist beachtlich: Gerade ein Gewerkschafter – wir erinnern uns an die BAWAG – hat nichts gegen die Verstaatlichung einer Bank. An sich schon problematisch genug, dass die Bosse der Schattenregierung namens Sozialpartnerschaft im Parlament bzw. in Ministerien sitzen. Die Krise jedoch mittels Verstaatlichung retten zu wollen ist das falsche Konzept und erinnert an die Idee Verluste zu verstaatlichen und Gewinne zu privatisieren.
Aber keine Angst, der Wahnsinn geht weiter: Während neoliberale Wirtschaftsbosse horrende Beraterverträge vergeben schiebt ihnen Väterchen Staat das Geld in die Taschen. Steuergeld wohlgemerkt. Ein Beispiel? Finanzminister Pröll subventioniert die AUA mit 500 Mio. Euro um diese an die Lufthansa zu verkaufen. Ob der BCG Vertrag erneuert bzw. verlängert wird ist offen.Bislang von den Banken verschmäht, „darf“ der Staat den Banken nun faule Kredite abkaufen, mehr Geld für Kurzsarbeitzeitmodelle herausrücken und dafür die Managergehälter begrenzen. Den Menschen, die bereits auf der Strasse stehen bzw. keine Kredite mehr bekommen nutzt das alles wenig. Ihnen bleibt oft nur mehr der Weg ins Pfandleihhaus.
Aber auch die „alte“ Bundesregierung ließ sich nicht lumpen: Rund 35 Millionen gab die alte schwarz-rote Bundesregierung an Berater Honoraren aus. Damit es den Bostons, McKinseys, AT Kearnys und Roland Bergers dieser Welt auch weiterhin gut geht.

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Published in: on 4. Februar, 2009 at 18:48  Schreibe einen Kommentar  
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