Big Brother has changed

„Big Brother is watching you“ ist zu einem geflügelten Word geworden. Dabei vergessen viele, dass sich dieser große Bruder verändert hat. War Überwachung bisher vornehmlich dem Staat vorbehalten ist das gegenseitige Nachspionieren heute ein weit verbreiteter Sport unter „Normalbürgern“.
Facebook, StudiVZ,  Xing und Co. Soziale Netzwerke boomen. Dass sich Headhunter und Personalabteilungen dieser bedienen ist ein offenes Geheimnis. Das es dabei aber auch immer wieder zu bedenklichen Verstößen (z.B. Urheberschutzverletzungen) kommt, musste zuletzt Facebookgründer Mark Zuckerberg am eigenen Leib erfahren. Obwohl sich der Protest gegen Missbrauch in den sozialen Onlinenetzwerken in Grenzen hällt, musste Facebook seine Änderungen der Nutzungsbestimmungen zurücknehmen.
Und wir nutzen diese Netzwerke um Informationen über unser Gegenüber zu erhalten, noch bevor wir diesen Menschen überhaupt zu Gesicht bekommen. Noch nie war es so einfach, Peinlichkeiten, unangenehme Fotos, usw. unbemerkt von seinem Gegenüber aufzuspüren. Einmal im Netz, ist es oft nicht mehr einfach seine digitalen Spuren zu verwischen.
Es ist – wie so oft – eine Frage nach der Privatsphäre. Wer sich registriert gibt diese ab. Und genau dies ist derzeit Schlachtfeld der Juristen. Denn die Nutzungsbedingungen (bei Facebook 3.600 Wörter lang) sind sehr komplex strukturiert. Auch egal, die wenigsten User lesen sie.
Und noch ein Aspekt darf nicht vergessen werden: Es geht hier um eine Menge Kohle. Microsoft hat 2007 für einen Mini-Anteil von 1,6% an Facebook 240 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt. Hochgerechnet ergibt das für Facebook einen Marktwert von rund 15 Mrd Dollar. Aber Zuckerberg beruhigt: Das optimale Monetarisierungsmodell ist für ihn noch kein Problem. Der Schatz der in den sozialen Netzwerken begraben liegt sind die individuellen Daten. Dieser Datenschatz wird von den Unternehmen in Zukunft gehoben werden. Und dann ist es ein für alle Mal vorbei mit der Privatspähre.

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