Viel geprügelt, kaum beachtet: Die Lehrer

Lehrer zu sein ist sicher nicht leicht. Genau genommen ist es ein ziemlich harter Job. Aber gerade in der Wirtschaftskrise haben viele Menschen gar keinen Job und wären froh über zumindest einen anstrengenden. Am 12. März wird die erste Protestmaßnahme der Lehrer stattfinden. Doch ist dieser gerechtfertigt? Wagen wir einen kurzen Blick über die heimischen Grenzen hinaus: Laut OECD unterrichten Österreichs Lehrer 607 Stunden netto pro Jahr. Das ist bei weitem weniger als im OECD Durchschnitt (717 Stunden). Wenn wir die USA einmal als Sonderfall aussen vor lassen (dort stehen Lehrer im jahr 1080 Stunden in den Klassen), ist Deutschland (758), die Niederlande (750) und Spanien (713) drei durchwegs vergleichbare Länder, in denen Lehrer bei weitem mehr unterrichten al in Österreich.
Ins österreichische Bildungssystem zu investieren ist grundvernünftig. Daher macht es auch Sinn die Unterrichtszeit adäquat anzuheben und vermehrte Fördermöglichkeiten anzubieten. Ministerin Schmied ist auf einem guten Weg, wir halten ihr die Daumen.

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Published in: on 4. März, 2009 at 08:37  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Vergleichen wir die Situation mit PISA- und SPÖ-Vorbild Finnland. Dort stehen die Lehrer wesentlich kürzer in der Klasse UND werden durch organisatorische und psychologische Fachkräfte unterstützt. Natürlich: Man kann sich immer daran orientieren, was billiger ist. Aber dann soll Schmied das bitte nicht als Reform oder Verbesserung verkaufen, sondern einfach sagen, dass sie für weniger Geld mehr Leistung mit weniger Qualität will.

  2. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. In Finnland stehen laut OECD Lehrer 589 Stunden pro Jahr in der Klasse, in Österreich sind es 607. Während Lehrer in Österreich laut OECD 39.424 US Dollar (nach 15 Berufsjahren)verdienen, sind es in Finnland nur 38.269 (Kaufkraftparitäten sind berücksichtigt, Zahlen uas 2006). Finnische Lehrer unterrichten also weniger als österreichische und verdienen daher auch weniger. So einfach ist das.

  3. ähm ja, aber bei der jetzigen diskussion geht es ja eben darum dass die lehrer bei _gleicher_ bezahlung zwei stunden mehr in der klasse stehen sollen!? deswegen versteh ich das argument nicht wirklich, weil wie du schon sagst, wenn man mehr unterrichtet sollte man dafür auch mehr bezahlt bekommen.

  4. da bist du doch parteisoldat bis zum umfallen!
    diese reform ist blödsinnig und zeichen fachlicher inkompetenz, die argumente der frau minsterin sind eigentlich kapitalismus hoch zwei.

  5. BM Schmied will ja nicht unbedingt, dass die Lehrer unbedingt zwei Stunden mehr unterrichten (siehe u.a. heutiges Interview im Standard). Es geht um eine bessere Ausbildung für alle Kinder, nicht um Lehrerförderung.

    @ziemlich linker: Von wegen Parteisoldat. Meine Eltern sind Hauptschul- bzw. Hochschul-lehrende – ich weiß einfach wovon ich spreche.


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