Der Einfluss den ich meine

Dem ÖGB laufen seit Jahren die Mitglieder davon. Und auch sein Einfluss ist spätestens seit der schwarz/blau/orangen Regierung geschrumpft. Erinnern wir uns lediglich an die Offenbahrung im Rahmen des BAWAG-Verkaufs, wie klein der sagenumwobene Streikfonds wirklich war/ist. Damt ließe sich kein längerer Generalstreik finanzieren.
Aber das eigentliche Problem der Gewerkschaft liegt im Alltag. Der ÖGB hat bis dato keine entsprechenden Konzepte für die Arbeiter von heute. EPU, neue Selbsständige, freie Dienstnehmer, kurz gesagt Menschen in „atypischen Beschäftigunsverhältnissen“ haben es tw. gar nicht leicht bei der Gewerkschaft überhaupt Mitglied zu werden. Einzelene Teilgewerkschaften leisten sich das Feigenblatt einer Interessensgruppe (z.B. die Work@… der GPA-DJP) bei der man dabei sein kann ohne Mitglied der Gewerkschaft sein zu müssen. Was ja dem eigentlichen Grundgedanken eine Gewerkschaft zuwiederläuft.
Hinter vorgehaltener Hand tönt so mancher Gewerkschafter, von einer „Wertigkeit der Mitglieder“: Studenten oder Pensionisten  seien zum Beispiel keine vollwertigen Mitglieder, da sie einen ermäßigten Mitgliedsbeitrag leisten. Ein Verein, der derart kurzsichtig agiert hat keine Zukunftschance.
Die Organisationsdichte lässt ebenfalls nach. Hier hat v.a. die GPA-DJP das größte Problem: Während z.B. die Metaller ihre Mitglieder in einigen großen Betrieben haben, sind die Mitglieder der GPA auf viele kleinstrukturierte Unternehmen mit wenigen Angestellten verteilt. Ein ungleich höherer Organisationsaufwand. Vielleicht aber auch mit ein Argument die Teilgewerkschaften aufzulassen und zukünftig alle unter dem einheitlichen Dach des ÖGB zu organisieren.
Bleibt abschließend die Frage, ob die Funktion der Kollektivverträge in dieser Form überhaupt weiterhin Sinn macht: Während die Gewerkschaft argumentiert für „ihre“ Mitglieder zu verhandeln, gelten die Erhöhungen für alle Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob sie Gewerkschaftsmitglied sind oder nicht. Also wo ist denn dann bitte der Vorteil für die zahlenden Mitglieder?

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