Der Taser und die Wirklichkeit

Wir haben u.a.im Dezember über den Selbsttest von FPÖ -Hero Vilimsky berichtet. Der meinte ja, das Taser gar nicht so schlimm sind – was bei einer beachtlichen Todesrate (ai informierte darüber sehr ausführlich) doch merktwürdig anmutet. Nun dürfen sie in den heimischen Justizanstalten auch wieder eingesetzt werden. Bloß die Rahmenbedingungen unter denen sie eingesetzt werden dürfen müssten deren Einsatz faktisch ausschließen.
1. muss der Anstaltsleiter jeden Tasereinsatz genehmigen (logisch – jeder Gefängnisleiter weiß bereits beim Aufstehen von einem tobenden oder revoltierenden Häftling).
2. nur besonders ausgebildete Beamte dürfen beim „Elektroschocker“ abdrücken (diese sind natürlich im Bedarfsfall immer zur Stelle).
3. Um Sturzverletzungen zu vermeiden, muss das Umfallen abgemildert werden, „zum Beispiel durch Auffangen oder Zuschieben einer Matratze“ (was sich eigenartig anhört wenn es doch so ein tolles Asset ist, sich einem Tobenden nicht nähern zu müssen – und selbstverständlich jeder Justizbeamte immer eine Aerobic-Matte mit sich trägt)
4. ein Artzt mit Notfallkoffer anwesend ist (klar – bevor ein Häftling fliehen will, bestellt er sich einen Doktor)

Was bleibt ist wieder einmal eine typisch österreichische Regelung. Aber vielleicht findet sich ja bald wieder ein FPÖ-Politiker, der ein wenig Öffentlichkeitsarbeit nötig hat und sich selbst mit einem Taser beschießen lässt.

Published in: on 24. April, 2009 at 08:00  Schreibe einen Kommentar  
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