Abendland in Christenhand

Das war einer der prominentesten Slogans der FPÖ bei der heurigen EU-Wahl. Wir haben die Nachwahlzeit genutzt und uns ein paar Werke des Spitzenkandidaten, Andreas Mölzer, angeschaut. Wir gestatten uns lediglich einige Beispiele um das Gedankengut ein wenig zu sezieren.In „Europa unser: für ein Europa a der freien Völker und der kulturellen Vielfalt“ (Wien, 2005) ruft Mölzer zum Anschluss Österreichs an Deutschland über die Hintertüre auf. Und er bedient sich zahlreicher Phrasen aus dem Nationalsozialismus. Wenn er etwa von „raumfremder Dominanz“ spricht, so verwendet er die Formulierung von NS-Kronjuristen Carl Schmitt. Oder wenn er sich auf NS-Vorlagen von Karl Haushofer (war Vorsitzender des Volksbund für das Deutschtum im Ausland) bezieht. Er hat kein Problem damit die „europäische Mitte“ wieder „grenzenlos deutsch“ zu machen. (Siehe Servus Österreich – Der lange Abschied von der zweiten Republik, Berg, 1996). Fast skuriel ist Mölzers Anliegen der EU-Osterweiterung. Als gestandener Deutschnationaler schreibt er: „Gerade die Deutschen und auch die Österreicher, die in ihrer historischen Staatlichkeit für eben diesen Bereich zum Teil Hegemonialmacht, zum Teil Entwicklungszentrum Schutz und Schild waren, müssten naturgemäß das größte Interesse an der Osterweiterung eben dieser Art haben. Die Achse Brüssel – Straßburg […] dürfte damit von der Achse Belin – Wien mit einer gewissen Zwangsläufigkeit abgelöst werden.“ (Europa im rechten Licht, Wien, 2004).
Die Liste ließe sich weiter fortsetzen – wir wollen unsere Leser nur nicht langweilen, hoffen aber, dass die Wähler des Herrn Mölzer wissen, was der gute Mann denn eigentlich von sich gibt.

P.S.: Lieber Herr Rainer, da wir ein Non-Profit-Medium sind, laden wir Sie dazu ein, diesen Beitrag als Grundlage für ihren nächsten Profil-Leitartikel zu verwenden – damit Sie sich nicht immer auf “Datum” verlassen müssen.

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