Die Presse: Was für eine Komödie

Die Lektüre der Wochenendausgaben der heimischen Tageszeitungen lässt das Herz jedes politisch interessierten  Bloggers höher schlagen. Heute wirft sich auch die Presse mit voller Kraft in den Bundespräsidentschaftswahlkampf. Zuerst erhebt Rainer Nowak in seinem Leitartikel Pröll zum besseren Präsidenten um wenige Seiten später nachzulegen und den ausrangierten Innenminister Ernst Strasser sagen zu lassen: „Erwin Pröll hat das Zeug zum Bundespräsidenten. Sogar die Leute im Salzkammergut sehen das so.“
Über die Maßstäbe des Herrn Strasser könnte ich mich hier in vielerleit Hinsicht trefflich verbreitern. Aber ein frisch gebackener Europapolitiker, der ein paar Gespräche im Salzkammergut als Wahlbarometer angibt, richtet sich wohl von selbst. Für alle die ihren Spaß am politischen Kabarett haben, dem sei das Strasserinterview zum nachlesen ans Herz gelegt. Da ereifert sich ein EU-politisches Nackerpatzerl über den politischen Mitbewerber und merkt selbst nicht wie sehr er in der eigenen Partei daneben steht.
Und was die Presse anbelangt: Sie befindet sich auf dem besten Weg zur Wochenzeitung. Ich höre in jedem Fall ab sofort auf Die Presse am Sonntag zu lesen. Was dort an Artikeln zu finden ist, habe ich die fünf Tage zuvor schon in anderen Zeitungen gelesen.

Published in: on 23. August, 2009 at 16:25  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ähem. Ich würde Sie schon bitten, den Leitartikel wenigstens zu lesen. Dort steht wörtlich über Prölls Eignung als Präsident: „Dafür ist Erwin Pröll der falsche Mann. Er sieht das nämlich alles völlig anders. Er ist in Wahrheit wie Fischer. Nur viel lauter.“
    (Es ging um das Anforderungsprofil, dass meiner Meinung nach einen Politiker beschreiben müsste, der notwendige Reformen einfordert. Das können Sie gerne anders sehen und deswegen die Presse am Sonntag nicht mehr lesen.)
    Und Interview darf man schon mit Andersdenkenden führen, oder?
    Lieben Gruß,
    Rainer Nowak

  2. Lieber Herr Nowak,
    mir ist sehr wohl bewusst, was schwarz auf weiß geschrieben steht – es bedarf allerdings keiner besonderen analytischer Fähigkeit um sprichwörtlich zwischen den Zeilen zu lesen. Über die Rolle des Präsidenten (der bis auf ganz wenige Ausnahmen wie zum Beispiel die Angelobung einer Bundesregierung ausschließlich repräsentative Aufgaben hat) können wir diskutieren. Ihr detailiertes Anforderungsprofil an einen Bundespräsidenten interessiert mich in jedem Fall.

  3. „Und Interview darf man schon mit Andersdenkenden führen, oder?“

    das ist ja schon die tonalität einer fpö, die die presse manchmal an den tag legt. ich kann mich noch sehr gut an den kommentar des hrn. fleischhacker erinnern, in dem er sich verwundert darüber gezeigt hatte, dass der standard (diese liberalen gutmenschen) schon wieder an marktanteilen dazugewonnen hat; die presse stagnierte oder verlor sogar ein wenig.
    daran sind die studierenden schuld, die einen beachtlichen teil der standard-leserschaft ausmachen und ja ständig daheim sind. und die datenerhebungsmethodik der media-analyse ist sowieso firlefanz, so sinngemäß fleischhacker.

    das ist doch lächerlich, genau so wie die PaS, die ja nur aus den resten der woche besteht – ohne tiefe recherche. wie bei der ersten nummer, letzte seite: interview mit hugo portisch (hugo portisch!); kein wort zu seinem schaffen, aber zu seiner frau und seinen haaren. wie interessant.

  4. representieren und so..
    so gern ich hier immer wieder vorbeikomme, so sehr schmerzt mich eurer umgan mit sprache. seid ihr etwa fh-studenten? ;-P

  5. Leider studieren wir nicht (mehr). Der Zeitdruck ist dadurch aber nicht weniger geworden. Danke für den Hinweis.


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