Wenn ein Migrant versucht einen Schulplatz zu bekommen

Da konnten die Direktoren einmal ihre Muskeln spielen lassen! Als die sehr höfliche, aber offensichtlich nicht aus Österreich stammende Frau um einen Platz für Ihren 13-jährigen Sohn ansuchte, war es ein leichtes „Nein“ zu sagen. Warum? Vielleicht weil die Familie aus Amerika ist und der Vater als Schlüsselarbeitskraft nach Österreich geholt wurde? Ah, wenn das so ist, dann hat diese Familie doch Geld, nicht wahr? Für eine Spende von 12.000 Euro, wäre der Platz schon zu haben. Die Frau ist – überaschender Weise – einigermaßen erstaunt über dieses „Angebot“.

Jetzt ist es zwar – der Logik der Innenministerin folgend – vorstellbar, dass es Migranten aus der Kategorie „Analphabeten aus irgendeinem Bergdorf“ schwer fällt, ihren Kindern unabhängig von deren Begabung einen Platz in einem Gymnasium zu verschaffen, aber dass es auch für ein Akademikerpaar aus Amerika genauso unmöglich ist, sollte selbst eine Hardcore-Abschieberin wie Frau Fekter stutzig machen.Auf Nachfrage bei Bekannten der Familie (die ebenfalls Migranten sind), wird dieses Erlebnis bestätigt: Klar, man habe ja selbst 10.000 Euro für den Schulplatz bezahlt – daheim in Russland ist das total üblich, worüber also aufregen?

Nach drei Versuchen findet die Familie endlich einen Schulplatz – ohne dafür zu bezahlen. Zwar nicht in Wien, aber in Mödling. Warum in Mödling? Weil die Kontakte der Schlüsselarbeitskraft von der Direktion als nützlich eingestuft wurden. So fließt zwar kein Geld, aber wie es die österreichische Gepflogenheit verlangt wäscht zumindest eine Hand die andere.

Kein Wunder, dass die Familie überlegt nicht vielleicht doch wieder in die USA zurück zu gehen und den Vertrag nicht zu verlängern. Bleibt die Frage ob es sich Österreich leisten kann, auf topqualifizierte Spitzenkräfte einfach so zu verzichten.

 

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