Ein Bericht vom freiheitlichen Wahlkampf

Wien. Außenbezirk. Anfang Oktober. Vor der Gemeinderatswahl.

Vor einer Bibliothek eine Gruppe zwielichtiger Gestalten. Einige deutschlich betrunken. Drei geschäftige Männer im Anzug. Einer von ihnen, HC Flasche, der Parteiführer.

HC Flasche:               … sind wir hier zusammengekommen an diesem Tag des Buches, um die Lüge auszumerzen und den
Verrat zu brandmarken.

Gestalt 1:                  Nieder mit dem Fahrrat! Grüne Bagasch!

Mehrere:                    Sooo iss ess.

Alkoholiker 1:          Braaand!

HC Flasche:               Und wollen daher ein flammendes Zeichen setzen in dera großen Zeit und dementsprechend – fordere ich auch die Auslese von Studenten und Professoren nach der Sicherheit des Denkens im deutschen Geiste.

Alkoholiker 2:          Auch ich fordere eine Auslese!

Ein Passant:              So iss ess! Es braucht nämlich wieder ein vollreifes Lesegut in dera Stadt.

Ein Maschinist:         Jawohl. Weil der Anatole is unserem Niwo des Lesens gar nicht mächtig!

Zwischenrufe:           Geh wo? Nie!

Der Maschinist:        Der kann vielleicht a bissl beetn und an sein Profetn glaubn, …

Alkoholiker 2:          Pro-Fettn!

Der Maschinist:        … aber hast schon mal an so an Türkn an Wein klaubn gsehn?

Zwischenrufe:           Geh wo? Nie!

Gestalt 1:                  Ebn! Lesn is bei uns halt no a Handwerk, sog i jo.

HC Flasche:               In diesem Sinne, liebe Freunde und Freunde, liebe Wiener und Innen erheben wir uns hier gegen diesen undeutschen Geist.

Alkoholiker 1:          Es lebe der Weingeist!

Alkoholiker 2:          So isst ess. Hoch! Hoch der undeutsche Geist!

Anzugträger 2 versetzt ihm einen Rippenstoß

Alkoholiker 2:          Nieda min undeutschen Geist! Nieda! Hoch! Deutscher Ungeist! Weeeingeist! Haaaallo!?

HC Flasche:               Und in dieses Feuer, das sich hier jetzt entzündet wie unser deutsches Herz, wollen wir sie nun werfen, unsere Bücher die uns unterjochen.

Alkoholiker 1:          Jessas, der guade Spiritus. Geh so a Vaschwendung!

Nichts passiert.

HC Flasche:               Kammeraden, macht euch frei von die Bücha!

Nichts passiert. (mehr …)

Gastkommentar: Die Ratingagenturen als Orakel

Wenn Finanzminister Pröll behauptet, das Steuergeld der ÖsterreicherInnen wäre risikofrei veranlagt worden, dann lügt er. Abgesehen davon, dass es risikofreie Veranlagung per Definition nicht gibt – wäre die Veranlagung Risikofrei gewesen, hätte es wohl keinen Verlust gegeben. (mehr …)

Krugmänner, Klugmänner und Blödmänner

„Mir san mir und wir lassen uns ned vernadern!“ – weder von den EU-Weisen noch von Nobelpreisträgern wie einer Jelinek oder diesem Paul Krugman. Letzterer hat gezeigt, dass man nicht nur auf der Hut sein muss, wen man mit der Wahrheit unter dem Rock durch Österreich fährt.

Ein Gastbeitrag (mehr …)

Published in: on 16. April, 2009 at 22:34  Comments (3)  
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