Solidaritätsaufruf für die Druckereibeschäftigten

Arbeitskampf der Drucker

Arbeitskampf der Drucker

Published in: on 24. September, 2009 at 13:06  Comments (1)  
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Die krachen, die Medien

Wohin man schaut, die Lage ist überall gleichermaßen bescheiden: Die WAZ will bei der Krone aussteigen, Österreich braucht dringend neues Kapital und Gruner+Jahr Vorstand Bernd Buchholz, schließt rote Zahlen für das Jahr 2009 nicht mehr aus. Kein Wunder, musste die Bertelsmann-Tochter (In Österreich ist Gruner+Jahr unter anderem zu 56% am NEWS-Verlagshaus beteiligt) im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 57 Millionen Euro hinnehmen. Daher will Buchholz heuer noch 200 Millionen Euro einsparen.
Und das Abwälzen auf die Angestellten hat bereits seit längerem begonnen: Die deutschlen Zeitschriftenverleger verlangen von den rund 9.000 Redakteuren längere Arbeitszeiten sowie weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Österreich werden Journalisten zunehmend nach dem (schlechteren) Gewerbe-Kollektivvertrag entlohnt. Und die Drucker haben nach mehr als siebenmonatigen Verhandlungen den Arbeitskampf für eröffnet erklärt. Ganz zu schweigen von der weiter um sich greifenden Medienkonzentration (Stichwort Fusion der Styria und der Moser Holding). Wir sind gespannt auf den Entscheid des Kartellgerichts.

Published in: on 21. September, 2009 at 18:07  Kommentar verfassen  
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Warum sich Claudia Schmied überhaupt verteidigen muss

Seit vier Tagen ist die Kommunalkredit das Nummer eins Thema der „Presse“. Doch Kernpunkt der Artikel sind keineswegs die Kommunalkredit-Financials. Nein, die „Presse“ weidet sich am vorherrschenden politischen Hick Hack – wohl wissend, dass im gesamten 270 Seiten starken Deloitte Gutachten (das übrigens noch gar nicht veröffentlicht wurde) kein einziges Mal der Name  „Claudia Schmied“ oder das Wort „Bilanzfälschung“ vorkommt. Aber geschenkt – Journalisten müssen Zeitungen verkaufen.

Der Gewinner ist derzeit zweifelsohne die ÖVP, die das Spiel „Angriff ist die beste Verteidigung“ perfekt beherrscht. Besonders spannend dabei ist, dass die Bundes-Finanzierungs-Agentur medial nur in Ansätzen präsent ist. Das kann schon einmal als erster Sieg gewerter werden. Sieg Nummer zwei ist, dass Claudia Schmied das Leben mit einem Gutachten schwer gemacht wird. Dass dieses eine Zeitspanne behandelt, in der Frau Schmied gar nicht mehr im Vorstand der Komunalkredit war, scheint niemanden zu interessieren…

Konkret um 18:30 auf ORF2: Das darf heute niemand verpassen

Der ORF berichtete heute bereits auf seiner Homepage über einen 20 jährigen, der auf einem Zeltfest in Frohnleiten einen Furz gelassen hat. Aber damit nicht genug: Auch Konkret wird sich der Angelegenheit annehmen. Ich weiß auf jeden Fall schon, was ich heute um 18:30 mache. Ich will ja schließlich wissen, wofür meine Gebühren verwendet werden. Und vielleicht verfolgt der ORF ja auch den Bildungsauftrag und gibt gute Tipps wo es sich besonders empfiehlt besser keinen Wind zu machen.

Published in: on 8. September, 2009 at 14:27  Comments (2)  
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Die Presse – eine echte Qualitätszeitung

Unter dem Titel „Australier blieb mit Hintern an der Klobrille kleben“ ließ die Presseredaktion ihrem Drang zum Boulevard freien Lauf. Die seriöse Presse – deren Oberfläche nach dem Relaunch (wenn nicht gerade wieder durch Fru Fru gebrandet) nun aussieht wie die Standard-Homepage in blau – hat heute aber noch weitere knallharte Wirtschaftsthemen zu bieten: „USA: Mann ohne Arme sollte Fingerabdruck geben“ oder  die politische Brandmeldung „Desertion ist nach wie vor ein Delikt“ . Aber immerhin wertet die Presse letzteren Bericht nicht, sondern zitiert alle Beteiligten wie es sich gehört. Da bleibt zumindest ein kleiner Hoffnungsfunke an die Qualität im österreichischen Journalismus. Obwohl die Frage bleibt, ob diese Art der Berichterstattung dem entspricht, was  „eine interessierte, anspruchsvolle und kaufkräftige Leserschaft“ von der Presse erwartet.

Published in: on 2. September, 2009 at 14:53  Kommentar verfassen  
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Wann beginnt der Arbeitskampf?

Viele Österreicher spüren es am eigenen Leib – und die Medien verstärken dieses Gefühl. Der Standard schreibt über Betriebsversammlungen bei der Styria, weil sich die Journalisten nicht gefallen lassen wollen, dass sie in Zukunft den (schlechteren) Gewerbekollektivvertrag bekommen sollen. Datum stellt an Hand des Beispiels von enttäuschten Kindergärtnerinnen den ÖGB in Frage. Kurier und WirtschaftsBlatt berichten, dass die Bau-Zulieferer im ersten Halbjahr 2009 ca. 300 Millionen weniger Umsatz machten und sich  vorsorglich von 6,2 % aller Beschäftigten trennten.
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Hurra! Das neue Datum ist da.

So etwas ähnliches wird sich vermutlich die Profil-Redaktion gedacht haben. Während die Seiten der Zeit Sommerpause machten, musste das unabhängige Nachrichtenmagazin Österreichs die Seiten ja u.a. mit einem Vierteiler über „70 Jahre zweiter Weltkrieg“ füllen. Aber endlich ist das Sommerloch wieder vorbei: Weitere Propagandabildstrecken wie über „Die Rettungsflieger von Kandahar“ wären auch schwer verkraftbar.

Published in: on 26. August, 2009 at 13:24  Comments (3)  
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Die Presse: Was für eine Komödie

Die Lektüre der Wochenendausgaben der heimischen Tageszeitungen lässt das Herz jedes politisch interessierten  Bloggers höher schlagen. Heute wirft sich auch die Presse mit voller Kraft in den Bundespräsidentschaftswahlkampf. Zuerst erhebt Rainer Nowak in seinem Leitartikel Pröll zum besseren Präsidenten um wenige Seiten später nachzulegen und den ausrangierten Innenminister Ernst Strasser sagen zu lassen: „Erwin Pröll hat das Zeug zum Bundespräsidenten. Sogar die Leute im Salzkammergut sehen das so.“
Über die Maßstäbe des Herrn Strasser könnte ich mich hier in vielerleit Hinsicht trefflich verbreitern. Aber ein frisch gebackener Europapolitiker, der ein paar Gespräche im Salzkammergut als Wahlbarometer angibt, richtet sich wohl von selbst. Für alle die ihren Spaß am politischen Kabarett haben, dem sei das Strasserinterview zum nachlesen ans Herz gelegt. Da ereifert sich ein EU-politisches Nackerpatzerl über den politischen Mitbewerber und merkt selbst nicht wie sehr er in der eigenen Partei daneben steht.
Und was die Presse anbelangt: Sie befindet sich auf dem besten Weg zur Wochenzeitung. Ich höre in jedem Fall ab sofort auf Die Presse am Sonntag zu lesen. Was dort an Artikeln zu finden ist, habe ich die fünf Tage zuvor schon in anderen Zeitungen gelesen.

Published in: on 23. August, 2009 at 16:25  Comments (5)  
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Haftgrund nicht erkennbar

Im Fall des in Krems angeschossenen 17 jährigen hat sich gestern Mittwoch auch die Vereinigung der österreichischen Strafverteidiger zu Wort gemeldet. Die Argumentation der Flucht- und  Tatbegehungsgefahr sei nicht länger haltbar. Weiters verweisen die Verteidiger  darauf, „dass mit der Einvernahme der Polizeibeamten entgegen jeder sonstigen Übung tagelang zugewartet wurde“.
Ohne jemanden etwas unterstellen zu wollen: Dieses Zuwarten hat den Beamten zumindest die Möglichkeit gegeben sich über die bisherigen Ermittlungsergebnisse zu informieren und ihre Aussagen inhaltlich mit diesen abstimmen zu können. Was ja aufgrund der umfangreichen Berichterstattung auch nicht allzu schwierig zu bewerkstelligen gewesen zu sein dürfte. Weiters erscheint den Strafverteidigern merkwürdig, da
ss die Erstvernehmung der beiden Polizisten von Organen der Polizei und nicht von der Staatsanwaltschaft vorgenommen wurde: „Bei einem Verdacht der gegenständlichen Art gegen Angehörige der Polizei muss es selbstverständliche sein, dass die Staatsanwaltschaft die ihr vom Gesetzgeber zugeordnete Leitungsfunktion erkennbar ausübt und der Polizei die Ermittlung gegen ihr Angehörige nicht völlig frei überlässt.“
Wir harren dem Ergebnis der heutigen Haftprüfung.

Update: Wie vor kurzem bekannt wurde, bleibt der Jugendliche für mindestens vier weitere Wochen in Untersuchungshaft. Begründung: Tatbegehungsgefahr.

Published in: on 20. August, 2009 at 09:21  Comments (2)  
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Standard schreibt am Montag nochmal die Meldungen vom Donnerstag

Ein recht offensichtlicher Fehler unterlief der Tageszeitung „Der Standard“ in seiner heutigen Ausgabe. Auf Seite 4 fanden sich nämlich keine aktuellen Beiträge, sondern einfach ein Nachdruck der Seite 4 vom vergangenen Donnerstag. Wie es zu diesem Mißgeschick kam wird derzeit redaktionsintern erörtet.
Unter 0810/20 30 40 kann man übrigens das Passwort für die Digitalversion erfragen – dort ist die aktuelle Seite 4 nachlesbar.

Published in: on 17. August, 2009 at 09:35  Kommentar verfassen  
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