Die Universität ist keine Oper

Die Neowissenschaftsministerin will sich offensichtlich einen Karl machen. Nicht anders ist es zu erklären, dass sie die Universitäten mit der Oper vergleicht. Die studierte Juristen sollte es besser wissen: Ein Studium wird nicht der Gaude und Unterhaltung wegen betrieben. Auch ist es nicht um den Preis einer Opernkarte zu erwerben. Wer kurzweilige Unterhaltung haben will ist in der Oper sicher besser aufgehoben als in einem mindestens drei Jahre dauernden Studium. Mit diesen Äußerungen hat sich die Ministerin vor der heute stattfindenden Fragestunde keinen guten Dienst geleistet. Aber immerhin hat sie sich selbst demaskiert. „Eignungstest“ für alle (z.B. gestern in der ZiB1) oder aber Kontingente. Zumindest eine klare Ansage.

Auch ihr Vorgänger Johannes Hahn ist derweil erneut in den Schlagzeilen: Seine Dissertation wird wieder unter die Lupe genommen – Hahn sah sich bereits in der Vergangenheit wiederholt mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert.

Ehrenzeichen für Studentenproteste

Noch vor wenigen Wochen waren die Schlagzeilen voll von protestierenden, besetztenden und demonstrierenden Studenten. Dann rief Noch-Wissenschaftsminister Hahn zum Bildungsdialog. Was von der Reformbewegung geblieben ist? Dank geschickter Arbeitsgruppenaufdröselung wurde dem Protest der Gar ausgemacht. Von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B.: der AG 5) passiert in den Arbeitsgruppen – mit Verlaub – nichts.

Damit ist (böse Zungen behaupten sogar bewusst) das zarte Reformpflänzchen wieder umgebracht worden, das den Hochschulen so gut getan hätte. Ein großartiges Abschiedsgeschenk des neuen EU-Kommissars. Aber immerhin weiß die Republik was sich gehört: Hahn bekommt das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich nach Brüssel mitgeschickt. Immerhin hat er den Ministersessel drei Jahre lang warm gehalten.

Österreichs Unis liegen im Koma

400 Studenten müssen sich einen Professor teilen (z.B. auf der Publizistik). Vorlesungen mit bis zu 1.500 ZuhörerInnen sind keine Seltenheit. Und was macht Minister Hahn? Er empfiehlt Studienanfängern auf Studien auszuweichen die ein besserer Betreuungsverhältnis aufweisen. Hätte er es selbst gemacht? Nein, natürlich nicht (nachzulesen u.a. im aktuellen Profil).

Deutschen Studenten werden auch gerne dafür instrumentaliseirt um Studiengebühren zu rechtfertigen. Was definitiv Blödsinn ist: Die Deutschen lassen sich auch nicht von Studiengebühren abschrecken, da sie in Deutschland aufgrund ihres Notendurchschnitts für ihr Wunschstudium nicht zugelassen werden. Während es Studiengebühren in Österreich gab, hat sich die Zahl der deutschen Studenten verdreifacht (von 6.000 auf rund 20.000).

Und was haben die Studiengebühren gebracht? Die Zahl der Studierenden mit Nebenjobs stieg rasant an. Außerdem stellen Studiengebühren (trotz Stipendien) eine Hürde für sozial Schwächere dar, da sich viele Förderungswürdige gar nicht nach Stipendien erkundigen.

Aber der Bologna-Prozess wird’s schon richten. Zumindest in der Welt von Minister Hahn. Dabei ist sogar die ÖVP-Aktionsgemeinschaft mit der Umsetzung unzufrieden. Schließlich kann man nicht einmal innerhalb Wiens zwischen Wirtschaftsuni und Hauptuni auf unkomplizierte Anrechnungsmodalitäten hoffen.

Published in: on 6. November, 2009 at 12:40  Comments (1)  
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Bologna ist tot. Lang lebe der Bologna-Prozeß!

Österreich und Ungarn richten 2010 die große 10-Jahre-Bologna-Konferenz aus. Zu feiern gibt es hingegen nichts. Auch wenn zum Beispiel die Wirtschaftskammer im Magazin der FH Wien „studio!“ wahre Lobeshymnen auf die neue Studienarchitektur singt. Kein Wunder: Werden Bachelorabsolventen oftmals nur als Halbakademiker angesehen und dementsprechend entlohnt, nutzt die Wirtschaft die neue Studienarchitektur primär als Lohndumpinginstrument.

Der Bologna-Prozeß hat eine Eigendynamik entwickelt, die mit vollgestopften Studienplänen, unnötigen Evaluierungen und Reglementierungen gespickt ist. Dadurch ensteht ein Paradoxon: Die Universitäten sollen mehr Akademiker produzieren, andererseits Studienplätze limitieren. Die Qualität der Studiengänge soll steigen, gleichzeitig sollen die Universitäten jedoch günstiger werden. Einerseits sollen sie autonom agieren, andererseits müssen sich alle den gleichen Standard beugen. Einerseits soll die Mobilität der Studierendengesteigert werden, andersrseits soll in Mindeststudienzeit studiert werden. Auf der einen Seite sollen die Grundlagen für eine wissenschaftliche Ausbildung gelernt werden, andererseit sollen die Grundstudien berufsqualifizierend sein. Man merkt schon: Das kann sich so nicht ausgehen. (mehr …)

Danach kräht kein Hahn

Nachdem das Universitätsgesetz, während der Sommerferien – von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – geändert wurde, ist für viele Studenten das Maß voll. Vernünftiges Studieren ist in vielen Fällen zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. Das sieht auch Minister Hahn so – und will mit Zugangsbeschränkungen gegensteuern.

Zur Abwechslung hat Hahn diesmal jedoch mit den Studierenden gesprochen. Die 34 Millionen, die er den Studenten anbietet, sind aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein – und ein Schmäh obendrein: Ein Großteil des Geldes soll einfach aus dem Budgets 2010 vorgezogen werden. Na, wenn das keine nachhaltige Finanzpolitik ist… SeinE Minister-NachfolgerIn wird es ihm jedenfalls danken!

Wie dem auch sei: So lange Österreich mehr in den Pensionstopf zuschießt als in die Bildung investiert wird sich an den Universitäten nichts ändern. Für einen ordentlichen Studienbetrieb müssten ca. 1,7 % des BIP für Hochschulen aufgewendet werden. Werden die Unis aber mit ca. 1% abgespeist. Zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben…

Die Studis haben gewählt. Manche zumindest.

Das Interesse der Studierenden an ihrer Vertretung ist traditionell nicht sehr groß. 25% Wahlbeteiligung stellt allerdings keine Stagnation auf niedrigem Niveau, sondern eher ein All time low dar. Es ist wenig verwunderlich, dass FLÖ und AG gewonnen haben, während VSSTÖ und GRAS auf der Verliererseite standen. Was tatsächlich bemerkenswert war, ist der Versuch E-Voting in Österreich einzuführen. Nicht einmal 2.200 Studierende nutzten diese Möglichkeit. Was vielleicht auch an der stümperhaften und breit kritisierten Umsetzung lag. Und das wirft kein gutes Licht auf den ohnehin wenig glückreichen – wir denken kurz auch an CERN – BM Hahn.

Published in: on 29. Mai, 2009 at 11:54  Schreibe einen Kommentar  
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Österreichische Unis sind am A.

Na bitte. Immerhin sind wird nicht die Letzten. Wobei so mancher Student meint, die universitäre Ausbildung in Österreich sei durchaus das Letzte. Trotz überfüllter Hörsäle verlassen verhältnismäßig wenig Akademier die Uni Wien. Es ist bereits das zweite Ranking innerhalb kurzer Zeit, das den österreichischen Hochschulen ein Armutszeugnis ausstellt. Nach Gehrer (ja genau, das war die flötenspielende Handarbeitslehrerin) hat auch Hahn (der Philosoph mit der „unsauberen“ Diss.) versagt. Die Studie, vorgestellt im heutigen Ö1 Morgenjournal, zum nachhören: http://oe1.orf.at/konsole/otoninfo?id=98796

Published in: on 18. November, 2008 at 11:19  Schreibe einen Kommentar  
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Der Countdown läuft – noch 56 Tage bis Weihnachten

Seit gestern ist der große Koalitions-in-FIght eröffnet! Knapp zwei Monate wird das geschätzte Publikum nun von Werner und Josef unterhalten. Das aufmerksame Publikum sieht auf der einen Seite den tänzelnden Werner, bereit sich seinem Kontrahentem zu nähern. Ihm gegenüber duckend und tarnend Josef, unsicher in welche Richtung er seinen nächsten Schritt richtet.
Beim Thema Volksbefragung zuckt der Werner ein bissl wenn der Vranitzky was von der Tribüne runter ruft, auch bei der Frage der Studiengebühren geht es auf der Tribüne bei einem Ablenkungsmanöver von Johannes aka „Gio“ heiß her. Es verspricht spanned zu werden in Runde 2.

Published in: on 22. Oktober, 2008 at 18:05  Comments (2)  
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Warum Wissenschaftsminister Hahn bildungs- und wissenschaftsfeindlich ist

Hahn ließ die letzten Tage mit einem neuen Vorschlag zum Thema Studiengebühren aufhorchen: Die Studenten sollen pro ECTS-Credit zahlen. Der Betrag steht noch nicht fest. Damit outet er sich endgültig als bildungsfeindlich.

Von denkerschmiede

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