Wenn ein Migrant versucht einen Schulplatz zu bekommen

Da konnten die Direktoren einmal ihre Muskeln spielen lassen! Als die sehr höfliche, aber offensichtlich nicht aus Österreich stammende Frau um einen Platz für Ihren 13-jährigen Sohn ansuchte, war es ein leichtes „Nein“ zu sagen. Warum? Vielleicht weil die Familie aus Amerika ist und der Vater als Schlüsselarbeitskraft nach Österreich geholt wurde? Ah, wenn das so ist, dann hat diese Familie doch Geld, nicht wahr? Für eine Spende von 12.000 Euro, wäre der Platz schon zu haben. Die Frau ist – überaschender Weise – einigermaßen erstaunt über dieses „Angebot“.

Jetzt ist es zwar – der Logik der Innenministerin folgend – vorstellbar, dass es Migranten aus der Kategorie „Analphabeten aus irgendeinem Bergdorf“ schwer fällt, ihren Kindern unabhängig von deren Begabung einen Platz in einem Gymnasium zu verschaffen, aber dass es auch für ein Akademikerpaar aus Amerika genauso unmöglich ist, sollte selbst eine Hardcore-Abschieberin wie Frau Fekter stutzig machen. (mehr …)

Die Zeit des Suchens ist vorbei

Zu Ostern kann man allerlei finden: Alkoholisierte Autofahrer, Kindermißbrauch hinter Klostermauern oder antisemitische Vergleiche im Vatikan. Womit ich gleich beim Thema Nummer eins dieser Woche bin: Dem Mißbrauch von Schutzbefohlenen durch die römisch katholische Kirche. Da ich meine, dass zu diesem Thema schon jede erdenkliche Meinung abgegeben wurde, halte ich mich hiermit zurück. Erwähnt sei bloß ein Beitrag der Zeit (Die Akte Bertone), der belegt, dass Papst Benedikt spätestens seit 1996 von schweren Mißbräuchen Bescheid wusste und nichts unternahm. Oder Bischof Fischer, der meint, Watschen können schon „hilfreich“ sein. Kardinal Schönborn soll mit seiner Opferbeauftragten nicht unerwähnt davon kommen. Eine Kirche, die Frauen in ihrer Organisation keinen Platz einräumt jedoch zum Feuerlöschen für gut genug hält, ist an Dreistigkeit wohl schwer zu überbieten. Auch in Österreich ist das Thema Kindermißbrauch nicht neu. 1995 musste sich ein Kinderschänder names Groer,  nie für seine Taten verantworten. Schönborn war damals übrigens sein Koadjutor. Wäre heute eine neue Situation als vor 15 Jahren, dann wäre die Sinnsuche nun vorbei und ich könnte endlich aus dieser Kirche austreten. Gut das ich es schon 1995 tat.

FPÖ hat die armen, diskriminierten Väter entdeckt

Heute bin ich über eine echte Skurilität gestolpert. www.trennungsopfer.at heißt die Seite meiner Verwunderung. Hinter dieser Seite steckt nämlich die FPÖ. Aber nicht, dass damit abtrünnige BZÖler zurück geholt werden sollen. Nein, es geht v.a. um „Trennungsväter“. Die FPÖ bemüht sich um die armen Männer, die von den bösen Frauen verlassen werden und von ordentlichen Gerichten das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen bekommen. Wäre ich nicht bereits gesessen, hätte es mich umgehauen. Aber damit nicht genug. Bei genauerer Betrachtung der Homepage stellt sich heraus, das Mag. Thomas Tayenthal im FPÖ Parlamentsklub einzig und alleine für die Betreuung der Seite http://www.trennungsopfer.at zuständig ist. Würden wir sie nicht alle gleichermaßen bezahlen, könnte mir die Verwendung der Parteienförderung ja egal sein. Besser ist das Weltbild der FPÖ nicht erklärbar. Da passt die Übermama Rosenkranz als Präsidentschaftskandidatin ja perfekt ins Bild.

83.000 Kinder frieren in Österreich – ganz ohne Gas- oder Finanzkrise

Laut Statistik Austria leben in Österreich 83.000 Kinder in unterkühlten Wohnungen. Und das ganz ohne Gaskrise. Hohe Preise für Primärenergeien, An- und Abschaltekosten sowie schlecht isolierte Wohnungen – vor allem im Sustandardsegment – treffen sozial (und damit auch finanziell) Schwache am schnellsten und härtesten. Aber Armut existiert bei den Spendenweltmeistern im eigenen Land doch nicht. Die gibt’s nur sonst überall auf der Welt.

Published in: on 9. Januar, 2009 at 13:48  Comments (1)  
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