Die Zeit des Suchens ist vorbei

Zu Ostern kann man allerlei finden: Alkoholisierte Autofahrer, Kindermißbrauch hinter Klostermauern oder antisemitische Vergleiche im Vatikan. Womit ich gleich beim Thema Nummer eins dieser Woche bin: Dem Mißbrauch von Schutzbefohlenen durch die römisch katholische Kirche. Da ich meine, dass zu diesem Thema schon jede erdenkliche Meinung abgegeben wurde, halte ich mich hiermit zurück. Erwähnt sei bloß ein Beitrag der Zeit (Die Akte Bertone), der belegt, dass Papst Benedikt spätestens seit 1996 von schweren Mißbräuchen Bescheid wusste und nichts unternahm. Oder Bischof Fischer, der meint, Watschen können schon „hilfreich“ sein. Kardinal Schönborn soll mit seiner Opferbeauftragten nicht unerwähnt davon kommen. Eine Kirche, die Frauen in ihrer Organisation keinen Platz einräumt jedoch zum Feuerlöschen für gut genug hält, ist an Dreistigkeit wohl schwer zu überbieten. Auch in Österreich ist das Thema Kindermißbrauch nicht neu. 1995 musste sich ein Kinderschänder names Groer,  nie für seine Taten verantworten. Schönborn war damals übrigens sein Koadjutor. Wäre heute eine neue Situation als vor 15 Jahren, dann wäre die Sinnsuche nun vorbei und ich könnte endlich aus dieser Kirche austreten. Gut das ich es schon 1995 tat.

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Kirche ignoriert weiterhin Frauenrechte

Kardinal Schönborn hat Bürgermeister Häupl einen Brief geschrieben. Und damit wieder ein Mal bewusst eine Grenze überschritten. Grund für Schönborns Brief war eine Einladung zum Empfang im Wiener Rathaus. Gefeiert wird 30 Jahre „pro:woman“ (aka Ambulatorium am Fleischmarkt). Unter Kreisky wurde  1974 die Fristenregelung (sie stellt Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche straffrei) beschlossen. Das war ein Meilenstein im Kampf der Frauen um ihre Selbstbestimmung. Offensichtlich hat die römisch-katholische Kirche jedoch nach wie vor Probleme damit, Frauenrechte anzuerkennen. Und sie zeigt ein Demokratieverständnis der Kirche auf, das zumindest problematisch ist. Denn die Trennung von Kirche und Staat ist gesetzlich festgeschrieben. Und Gesetze machen Politiker, und nicht kirchliche Würdenträger.

Published in: on 28. August, 2009 at 11:21  Comments (11)  
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Die Kirche und deren Gier

Dass die katholische Kirche – nach den Bundesforsten – einer der größten Grundbesitzer Österreichs ist, ist nichts Neues. Drei sehr bekannte Beispiele für große Grundstücksbesitzer sind das Stift Göttweig, das Stift Melk oder das Stift Klosterneuburg.

Wirklich bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich bis heute so manche Ortschaft teilweise auf gepachtetem Gebiet befindet. So haben zum Beispiel viele Langenzersdorfer auf Grund gebaut, der vom Stift Klosterneuburg gepachtetet wurde. Und genau hier beginnt das Problem. Der Pachtzins der insgesamt 4.000 Pächter wurde kürzlich erhöht – und zwar um das Vierfache. Darum haben sich die Pächter zu einem Verein zusammengeschlossen – mit dem das Stift aber gar nicht erst sprechen will. (mehr …)

Kondome bringen Leben in Gefahr

Das glaubt zumindest der Papst. Er erläuterte im Rahmen seiner Afrikareise wieder einmal seine ultratraditionellen Werte und meinte, die Aidsepidemie in Afrika werde durch die Verteilung von Kondomen weiter vertieft. Sogar in der röm.-kath. Kirche stößt solche diese Ignoranz der Tatsachen auf Ablehnung. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Hamburger Bischof Hans-Jochen Jaschke sprach sich in der Zeit explizit für den Gebrauch von Kondomen aus. Während zum Beispiel Österreich oder Frankreich sich in politischer Entrüstung üben, hat Spanien prompt gehandelt und kündigte an, eine Million Kondome nach Afrika zu schicken.

Published in: on 19. März, 2009 at 08:13  Schreibe einen Kommentar  
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Endlich bekennen sie Flagge

Die Ernennung von Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof von Linz führt zu massenweisen Kirchenaustritten. Ich empfinde die Ernennung ja super. Endlich bekennt diese verstaubte Institution namens röm-kath. Kirche dezitierte Flagge. Indem sie einen Ultrakonservativen zum Bischof machen setzt der Papst ein Zeichen. Zeitgleich der Wirbel um den Holocaustleugner Williamson verstärkt das Bild einer komplett gestrigen Einrichtung. Die Pius-Bruderschaft – bisher eher kaum im Lichte der Öffentlichkeit – offenbart ihren offensichtlich nicht unwesentlichen Einfluss in dieser Glaubensgemeinschaft. Aussagen wie z.B. „Homosexualität ist heilbar“ entpuppen sich als Turbo den Gläubigen den Austritt zu erleichtern. Scheint fast so als ob Katholizismus heilbar ist.

Von diegranma

Published in: on 10. Februar, 2009 at 14:10  Comments (2)  
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