Profil basht Falter

Im aktuellen Profil lässt es sich Michael Nikbakhsh nicht nehmen über ein „Gespräch“ im Falter mit Julius Meinl herzuziehen. Doch Obdacht! Es geht gar nicht um das Gespräch! Viel mehr geht es um die „Unsitte“, dass Journalisten ihre Geschichten nicht autorisieren lassen.

Die Authorisation von Interviews ist „eine seit Jahrzehnten gängige Usance“ wie Nikbakhsh schreibt. Das mutet seltsam an. Gerade das Profil, das sich so gerne als Speerspitze des qualitativen Aufdeckerjournalismus sieht, wird nicht müde PR Agenturen stetig auszurichten, wie unabhängig man sei. Und eben darum keine Texte autorisieren lasse.

Ganz so unabhängig wie der Falter ist man beim Profil aber offenbar auch nicht.

Published in: on 3. November, 2009 at 09:54  Schreibe einen Kommentar  
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Die krachen, die Medien

Wohin man schaut, die Lage ist überall gleichermaßen bescheiden: Die WAZ will bei der Krone aussteigen, Österreich braucht dringend neues Kapital und Gruner+Jahr Vorstand Bernd Buchholz, schließt rote Zahlen für das Jahr 2009 nicht mehr aus. Kein Wunder, musste die Bertelsmann-Tochter (In Österreich ist Gruner+Jahr unter anderem zu 56% am NEWS-Verlagshaus beteiligt) im ersten Halbjahr 2009 einen Verlust von 57 Millionen Euro hinnehmen. Daher will Buchholz heuer noch 200 Millionen Euro einsparen.
Und das Abwälzen auf die Angestellten hat bereits seit längerem begonnen: Die deutschlen Zeitschriftenverleger verlangen von den rund 9.000 Redakteuren längere Arbeitszeiten sowie weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Österreich werden Journalisten zunehmend nach dem (schlechteren) Gewerbe-Kollektivvertrag entlohnt. Und die Drucker haben nach mehr als siebenmonatigen Verhandlungen den Arbeitskampf für eröffnet erklärt. Ganz zu schweigen von der weiter um sich greifenden Medienkonzentration (Stichwort Fusion der Styria und der Moser Holding). Wir sind gespannt auf den Entscheid des Kartellgerichts.

Published in: on 21. September, 2009 at 18:07  Schreibe einen Kommentar  
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Mediales Konjunkturpaket

Als ich heute die Tageszeitung meines Vertrauens aufschlug, traute ich meinen Augen nicht. Gleich auf Seite fünf prangte ein ganzzeitiges Inserat unserer Bundesregierung, die mit Lobhudelei ihr Krisenmanagement an den Leser brachte. Aber keine Angst. Es handelt sich nicht bloß um ein verirrtes Inserat, sondern um großflächige Inserate in mehreren Printmedien. Genau diese Kampagne hatte Finanzminister Pröll im Juni abgesagt, mit dem Hinweis, das Geld werde für die Hochwaseropfer benötigt. Scheint so, als ob die Hochwasseropfer aus Sicht der Bundesregierung doch nicht so bedürftig wären, wie die heimischen Medien.

Die Regierung und das Werbebudget

Jeder will gerne gut dastehen. Vor allem wenn man(n) im Rampenlicht steht. So gesehen waren wir überrascht, als ziemlich genau vor einer Woche Finanzminster Pröll verkündete, die ausgeschriebene Informatinoskampagne der Bundesregierung wieder abzublasen. Die paar Millionen Euro (er sprach von fünf, andere von drei Millionen) sollten lieber den Hochwasseropfern zu Gute kommen. Was bei einem geschätzen Schaden von mehr als 1,5 Milliarden Euro ein wenig nach Hohn klingt.
Nichts desto trotz habe ich diese Wochenende wieder die Tageszeitung meines Vertrauens aufgesschlagen. Statt der gewohnten internationalen Berichterstattung, sprang mir auf Seite drei ein ganzseitiges Iserat des Bundespressedienstes entgegen. Ordentlich als „Bezahlte Anzeige“ deklariert also in jedem Fall gegen Entgelt platziert. Jetzt frage ich mich natürlich schon, ob die rote Reichshälfte unter dem Motto „Jetzt erst recht“ dem Finanziminister zeigen möchte wie Globalbudgets gewinnbringend in Medienkooperationen veranlagt werden?
Wie dem auch sei: Das Gehabe des Vizekanzlers ist lächerlich: Mit den drei Millionen ist keinem Hochwasseropfer wirklich geholfen. Statt dessen hätte er die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Krise ruhig auch der Bevölkerung erklären können. Die ist nämlich schon längstens mit der Bundesregierung unzufrieden – vielfach weil die Maßnahmen der Regierung weder bekannt, noch unmittelbar spürbar sind.

Published in: on 5. Juli, 2009 at 17:34  Schreibe einen Kommentar  
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Finanzkrise who?

Weiß eigentlich noch irgendwer, dass wir aktuell eine Finanzkrise haben?
Ist wiedermal wunderbar zu sehen, wie gesteuert wir von unseren Medien sind. In Europa haben wir aktuell keine Finanzkrise sondern eine Gaskrise und ganz plötzlich ist niemand mehr deprimiert oder voll von Zukunftsängsten… anders natürlich in den USA, dort ist die Finanzkrise noch allgegenwärtig – die müssen sich ja auch nicht vor dem bösen Russen fürchten, so wie wir armen Europäer…

Published in: on 9. Januar, 2009 at 10:00  Schreibe einen Kommentar  
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