Das Sommerloch killt alles. Vor allem die wirklich wichtigen Themen

Das Sommerloch schlägt erneut erneut erbarmungslos zu: Nach der Schwammerl-, der Mohren- und der Hängebusen-Hysterie wurde nun der Sand in den Wiener Sandkisten als berichtenswert entdeckt. Liebe (Kommunal-) Politiker – liebe Journalisten: Könnt ihr euch endlich wieder auf die Themen konzentrieren die uns wirklich tangieren? In Österreich sind 232.387 Menschen arbeitslos. Das sind um 30% mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres! Massenarbeitslosigkeit, ein desolates Bildungs- und Gesundheitssystem und ein Staat der sich immer mehr verschuldet und der internationalen Krise nichts mehr entgegenzusetzen hat sind nur ein paar wenige Dinge, die die Zukunft von uns allen beeinflussen.
Das Wall Street Journal geht im übrigen nur mehr von einer 25% Chance aus, dass die Wirtschaft einen U-förmigen Verlauf nehmen wird. 50% deuten eher auf ein L-Szenario hin. Und das bedeutet, das noch alles viel, viel schlimmer wird. Und vor allem: Das es so bleibt.

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Die ersten sichtbaren Krisengewinner

Dieses fidele Ranking führen zweifelsohne derzeit die Pharmaunternehmen an. Bedingt durch weltweite Panikmache (warum schert sich eigentlich niemand um die Tausenden Grippetote, die jede Grippewelle jährlich mit sich bringt?) schießen deren Gewinne bzw. Aktienkurse in die Höhe.
Auch Tabakunternehmen dürften es (zumindest in China) nicht so schlecht gehen: Um die Tabakindustrie anzukurbeln müssen die Beamten der Provinz Hubei nun qualmen was das Zeug hält. Das Soll-Ziel muss je Abteilung erreicht werden – Abteilungen die darunter liegen sollen bestraft werden.
Um ein drittes Beispiel zu nennen fällt mit die Automobilindustrie ein: Sie gehört offensichtlich nicht geschlossen zu den Verlierern. Da will Fiat doch glatt (mit 6,6 Mrd. Euro Schulden im Gepäck) zuerst 20% von Chrysler übernehmen und dann auch noch Opel. Wie das gehen soll? Na durch Staatshilfe natürlich! Sergio Marchionne – der Fiat-Boss – hat bei Fiat bisher einen harten Sparkurs verfolgt. Was die „Portokassa“ aber trotzdem nicht überquellen lässt. Und weder Chrysler noch Fiat glänzten in der Vergangenheit durch Innovationsgeist. Was für die zukünftige Ausrichtung auf bestehenden Märkten wie auch auf Hoffnungsmärkten (Stichwort Russland) wohl kaum ein zusätzliches Asset sein dürfte.
Einen Gewinner gab es offfensichtlich auch bei einer fidelen Pokerrunde in Barcelona: Dort hat der russische Milliardär Roman Abramowitsch (genau, das ist der dem Chelsea gehört) angeblich seine Luxusjacht verspielt. Aber die war ja nur eine halbe Million Dollar schwer.

Das rote-Salon-Konjunkturpaket

Die Kreativabteilung des roten Salon hat möchte einen Beitrag zu den allerorts vorgestellen Konjunkturprogrammen leisten.
Daher schlagen wir folgende Maßnahmen vor, um die Wirtschaft anzukurbeln:
– Schließen Sie eine Sterbeversicherung ab.
– Heizen und lüften Sie gleichzeitig.
– Leihen Sie Ihren Kollegen Geld.
– Treten Sie einem Polo- und einem Golf-Club bei.
– Fahren Sie ausschließlich nur mehr mit angezogener Handbremse.
– Investieren sie in einen großen Autozuliferer. Am besten auf Kredit.
– Ziehen sie den Frühjarsputz antizyklisch vor.
– Befolgen Sie unreflektiert sämtliche Anlagetipps vom Banker Ihres Vertrauens.

Published in: on 17. März, 2009 at 18:14  Comments (1)  
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Kommunalkredit nur vorgeschoben

Eine Bank ohne Spar- und Girokonten wurde nun also von der heimischen Bankengemeinschaft vorgschoben um als erste Unterstützung durch den Staat zu erhalten. Eine interessante Entwicklung, borgt doch der Bund einer Bank Geld, die es dann an Länder und Gemeinden weiterverborgt. von diegranma
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Published in: on 28. Oktober, 2008 at 09:43  Comments (6)  
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Könnt ihr bitte mal aufhören…

Liebes Österreich, liebes Heute, liebe Krone, liebe Bild, liebe alle anderen „Ich-spiele-mit-der-Angst-der-Menschen“-Zeitungen,

könnt ihr bitte mal aufhören mit der Angst zu spielen und Schwachsinn zu verbreiten? Ja, unsere Wirtschaft ist im Moment unter Druck, ja unsere Banken haben bis zu 15% an der Börse verloren. Aber das ändert nichts an der Sicherheit der Spareinlagen. Unsere Banken sind sicher und hört bitte auf – by the way; das gilt auch für unserer Regierungen, Schwachsinn zu verbreiten.

Jedes verlorene Geld an der Börse ist a) virtuell verloren b) gehört es ja jetzt nur einem anderen, der ja ebenfalls wieder investieren wird. Gott sei Dank ist unser System bei weitem anders als in den USA, wo es im Moment tatsächlich in die Realwirtschaft eingreift.

Probiert es künftig mit Fakten, aber was sag ich, jedes Gehirn hat die Zeitung die es verdient… Vielleicht sollte ich mich also eher an die Leser wenden.

Published in: on 7. Oktober, 2008 at 09:41  Schreibe einen Kommentar  
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Achtung: Börse umrundet…

… sich selbst. Wie muss es sich anfühlen wenn alles an einem vorbeizieht, wenn einfach alles zu schnell wird – ja, wenn man sich sogar selbst zu schnell wird? Fragen wir Investoren die müssen es wissen. Leider besitzt der durschnittliche Trader (männlich, 28) das Reflexionsvermögen eines serbischen Fußball-Legisten aus der 4. Liga, das Ego eines Napoleons und eine ebenso positive Haltung zur Selbstkritik, wie Krocha zu Mozart.

Aber die schmerzverzehrten Gesichter der Trader, die geknickten armen BWL-Absolventen, die mit den Umzugskartons durch Central-London stapfen, geben uns Aufschluss genug über die Folgen.

Von denkerschmiede (mehr …)

Published in: on 30. September, 2008 at 12:33  Schreibe einen Kommentar  
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